Skip to content
  • Datenschutz
  • Impressum
Neue Gesellschaft für Psychologie

Neue Gesellschaft für Psychologie

Gesellschaft für Theorie und Praxis der Sozialwissenschaften

  • Aktuelles
  • Über die NGfP
    • Ziele
    • zur Geschichte der NGfP
    • Mitgliedschaft
    • Kooperationen
    • Satzung
  • Veranstaltungen
  • Vorstand
  • Kongresse
    • NGfP Kongress 2025
    • NGfP Kongress 2023
    • NGfP Kongress 2020
    • NGfP Kongress 2019
    • NGfP Kongress 2018
    • NGfP Kongress 2017
    • NGfP Kongress 2016
    • NGfP Kongress 2015
    • Symposium 2014
    • Machtwirkung und Glücksversprechen (2013)
    • NGfP Kongress 2012
      • Call for Papers
      • Klaus-Jürgen Bruder: Massenloyalität
      • Tagungsband: Sozialpsychologie des Kapitalismus im Psychosozial-Verlag
    • NGfP Kongress 2011
    • NGfP Kongress 2008
  • Videos
  • Kontakt
  • Toggle search form
Klaus-Jürgen Bruder auf dem NGfP-Kongress 2026 (Foto: arbeiterfotografie.com)

Nachruf auf Professor Klaus-Jürgen Bruder (1941 – 2026)

Posted on 24. Juli 202624. Juli 2026 By NGfP-Admin

Ein Leben im Dienst von Psy­cho­lo­gie und radi­ka­ler Gesell­schafts­kri­tik

Wir neh­men Abschied von einer prä­gen­den Stim­me der kri­ti­schen Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­ana­ly­se. Mit Prof. Klaus-Jür­gen Bru­der ver­liert die aka­de­mi­sche Welt sowie die Zivil­ge­sell­schaft einen enga­gier­ten Wis­sen­schaft­ler, einen muti­gen Strei­ter für die Frei­heit des Geis­tes und einen unbe­stech­li­chen Den­ker.

Als lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der der Neu­en Gesell­schaft für Psy­cho­lo­gie (NGfP) und Pro­fes­sor an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin präg­te er Gene­ra­tio­nen von Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten und beein­fluss­te die Psy­cho­lo­gie in Theo­rie und Pra­xis in Deutsch­land nach­hal­tig. Klaus-Jür­gen Bru­der ver­stand die Psy­cho­lo­gie nie als blo­ße Anpas­sungs­wis­sen­schaft, son­dern stets als Werk­zeug der Auf­klä­rung und der Gesell­schafts­kri­tik. In der Tra­di­ti­on Peter Brück­ners ver­band er kri­ti­sche Sozi­al­wis­sen­schaft mit psy­cho­ana­ly­ti­scher Theo­rie. Damit leg­te er das Fun­da­ment für eine poli­ti­sche Psy­cho­lo­gie, die die Ver­stri­ckun­gen von Sub­jek­ti­vi­tät, Macht und Herr­schaft radi­kal in den Blick nimmt.

Der „Dis­kurs der Macht“ als ana­ly­ti­sches Werk­zeug

Sein wich­tigs­tes ana­ly­ti­sches Kon­zept war der „Dis­kurs der Macht“, den er im Anschluss an Jac­ques Lacan, Michel Fou­cault und Pierre Bour­dieu ent­wi­ckel­te. Er beschrieb prä­zi­se, wie mäch­ti­ge Akteu­re und Insti­tu­tio­nen über Spra­che, media­le Bil­der und schein­ba­re „Begrün­dun­gen“ einen gesell­schaft­li­chen Kon­sens her­stel­len, der Herr­schaft legi­ti­miert – wäh­rend die eigent­li­chen Ursa­chen wie struk­tu­rel­le Unter­drü­ckung, fort­wäh­ren­de Aus­beu­tung und Pro­fit­in­ter­es­sen sys­te­ma­tisch unsicht­bar oder „unbe­wusst“ gemacht wer­den.

In die­sem offi­zi­ell-öffent­li­chen Sprech­raum, der unser aller Leben formt, set­zen die Herr­schen­den ihre Deu­tun­gen als „ver­nünf­tig“, „not­wen­dig“, „wis­sen­schaft­lich bestä­tigt“ oder „zum Schutz aller“ durch. Die­ser Dis­kurs wirkt nicht pri­mär durch Befehl und Zwang, son­dern durch Über­zeu­gung, Beleh­rung, Ver­an­schau­li­chung und vor allem durch geziel­tes Ver­schwei­gen und Umdeu­ten. So über­neh­men in der kapi­ta­lis­ti­schen Klas­sen­ge­sell­schaft vie­le Men­schen Paro­len, die ihren eige­nen Inter­es­sen wider­spre­chen, und erle­ben die­se zugleich als „eige­ne Mei­nung“.

Nar­ra­ti­ve wie der „men­schen­ge­mach­te Kli­ma­wan­del“, das „welt­weit gefähr­li­che Virus“, der „rus­si­sche Angriffs­krieg“, „die Befrei­ung der Paläs­ti­nen­ser von der Hamas“ oder die „Befrei­ung der Frau­en im Iran“ sah er dabei nicht als blo­ße sach­li­che Begrün­dun­gen, son­dern als ideo­lo­gi­sche Recht­fer­ti­gungs­an­ge­bo­te. Sie die­nen im Dis­kurs dazu, den Ver­rat an den eige­nen Inter­es­sen vor sich selbst und ande­ren zu ver­tu­schen.

Unbeug­sam­keit und intel­lek­tu­el­les Fun­da­ment

Mit die­sem scharf­sin­ni­gen Ana­ly­se­werk­zeug aus­ge­stat­tet, scheu­te Klaus-Jür­gen Bru­der kei­ne Kon­tro­ver­se. Wo ande­re schwie­gen oder sich anpass­ten, erhob er sei­ne Stim­me – fun­diert, unbeug­sam und stets kri­tisch gegen­über den blin­den Fle­cken der bür­ger­li­chen Dis­kurs­theo­rie à la Jür­gen Haber­mas. Sein Enga­ge­ment galt dem Auf­de­cken gesell­schaft­li­cher Ver­leug­nungs­me­cha­nis­men und der Ver­tei­di­gung demo­kra­ti­scher Grund­rech­te. 

Gemein­sam mit sei­ner im letz­ten Jahr ver­stor­be­nen Ehe­frau, der Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Almuth Bru­der-Bez­zel, bil­de­te er über Jahr­zehn­te ein intel­lek­tu­el­les und per­sön­li­ches Fun­da­ment, das weit über den uni­ver­si­tä­ren Rah­men hin­aus­strahl­te. Durch die Orga­ni­sa­ti­on von Kon­gres­sen, die Her­aus­ga­be von Publi­ka­tio­nen und sei­ne uner­müd­li­che Vor­trags­tä­tig­keit – sei­nen letz­ten Vor­trag hielt er zur gras­sie­ren­den „Ent­po­li­ti­sie­rung“ auf dem dies­jäh­ri­gen Kon­gress der NGfP – schuf er Räu­me für den frei­en, poli­ti­schen und inter­dis­zi­pli­nä­ren Aus­tausch. Dabei erin­ner­te er immer wie­der an die Wor­te Peter Brück­ners: „Nicht zum Frie­den, man muss zum Krieg plan­voll erzie­hen.“

Radi­ka­le Gesell­schafts­kri­tik bis zuletzt

In sei­nen letz­ten Lebens­wo­chen trieb ihn die aus sei­ner Sicht zuneh­men­de „Faschi­sie­rung“ in Deutsch­land um. Dabei sah er nicht die AfD als maß­geb­li­che Trieb­fe­der, son­dern einen „impe­ria­lis­ti­schen Anti­fa­schis­mus“, der vom NATO-affi­nen Estab­lish­ment getra­gen und befeu­ert wer­de – von der CDU bis zur Links­par­tei, von den Gewerk­schaf­ten über Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen bis hin zu den Leit­me­di­en. Für ihn galt daher unver­än­dert das Dik­tum: Wer vom Kapi­ta­lis­mus nicht reden will, soll­te auch vom Faschis­mus schwei­gen.

Mit sei­nem Tod ver­lie­ren wir einen öffent­li­chen Intel­lek­tu­el­len, der sei­ne Ver­ant­wor­tung für die Auf­klä­rung ernst nahm und sich nie scheu­te, Hal­tung zu zei­gen. Das kos­te­te ihn bereits in den 1970er-Jah­ren eine Beru­fung an die Uni­ver­si­tät Augs­burg, als die baye­ri­sche Lan­des­re­gie­rung poli­tisch in das Ver­fah­ren ein­griff.

Sei­ne Arbei­ten zur Post­mo­der­ne, zur poli­ti­schen Psy­cho­lo­gie und zur Funk­ti­on von Ideo­lo­gien in west­lich-kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaf­ten sind von blei­ben­dem Wert. Er hin­ter­lässt uns die Gewiss­heit: Eine Psy­cho­lo­gie ohne Gesell­schafts­theo­rie ist eine Psy­cho­lo­gie ohne his­to­ri­sches und poli­ti­sches Bewusst­sein – sie ver­kommt zu einer bloß beha­vio­ris­ti­schen Sozi­al­tech­no­lo­gie.

Unser tie­fes Mit­ge­fühl gilt sei­nen wis­sen­schaft­li­chen und poli­ti­schen Weg­ge­fähr­ten sowie allen Ange­hö­ri­gen. Es gibt kein rich­ti­ges Leben im fal­schen, aber ein rich­ti­ge­res. Die­ses hat Klaus-Jür­gen Bru­der geführt. Wir wer­den sein geis­ti­ges Erbe bewah­ren und sein Werk wei­ter­füh­ren. Eine ande­re Welt ist mög­lich.

Die Abschieds­fei­er für Klaus-Jür­gen Bru­der fin­det am Frei­tag, den 4. Sep­tem­ber 2026 um 10 Uhr in der All Saints Church (gegen­über dem Wald­fried­hof Dah­lem) statt.

Ben­ja­min Lem­ke, Con­ny Stah­mer-Wein­an­dy & René Kir­schey 
Vor­stand der Neu­en Gesell­schaft für Psy­cho­lo­gie (NGfP)

Aktuelles

Beitragsnavigation

Previous Post: Tod eines Staatsphilosophen

Militarisierung der Gesellschaft (2025)

  • Militarisierung der Gesellschaft (2025)
  • Bestellen:
  • Promedia Verlag

Macht und Herrschaft (2024)

  • Macht und Herrschaft (2024)
  • Bestellen:
  • Hintergrund das Nachrichtenmagazin

Neue Normalität (2024)

  • Neue Normalität (2024)
  • Bestellen:
  • Promedia Verlag

Corona – Inszenierung einer Krise

  • Der Kongressband
  • Corona – Inszenierung einer Krise
  • Bestellen:
  • Sodenkamp & Lenz

Macht

  •  Macht
  • Bestellen:
  • Buchkomplizen GmbH

Digitalisierung

  •  Digitalisierung
  • Bestellen:
  • Buchkomplizen GmbH

Krieg nach innen, Krieg nach außen

  • Krieg nach innen, Krieg nach außen
  • Bestellen:
  • Buchkomplizen GmbH

Paralyse der Kritik

  • Paralyse der Kritik
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Gesellschaftliche Spaltungen

  • Gesellschaftliche Spaltungen
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Migration und Rassismus

  • Migration und Rassismus
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Neoliberale Identitäten

  • Neoliberale Identitäten
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Krieg um die Köpfe

  • Der Kongressband
  • Krieg um die Köpfe
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Machtwirkung und Glücksversprechen

  • Der Kongressband
  • Machtwirkung und Glücksversprechen
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Sozialpsychologie des Kapitalismus – heute

  • Der Kongressband
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Macht – Kontrolle – Evidenz

  • Der Kongressband
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Widersprechen!

  • Der Kongressband
  • Bestellen:
  • Psychosozial-Verlag

Links

  • Journal für Psychoanalyse
  • Open Access

Kategorien

  • Aktuelles (302)
  • Arbeitsgruppen (1)
  • Artikel (4)
  • Bücher (2)
  • Interviews (4)
  • Jour fixe (2)
  • Journal für Psychologie (14)
  • Kongresse (21)
  • News @en (13)
  • NGfP-Stellungnahmen (3)
  • Veranstaltungen Termine (62)
  • Veröffentlichungen (8)
  • Videos (18)

Links

  • Journal für Psychoanalyse
  • Open Access

Suche

Archiv

  • Juli 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Juli 2025
  • März 2025
  • Februar 2025
  • Januar 2025
  • September 2024
  • Juli 2024
  • Mai 2024
  • August 2023
  • Juli 2023
  • März 2023
  • Februar 2023
  • November 2022
  • September 2022
  • März 2022
  • Februar 2022
  • Dezember 2021
  • Oktober 2021
  • September 2021
  • August 2021
  • Juli 2021
  • Juni 2021
  • März 2021
  • Februar 2021
  • Januar 2021
  • September 2020
  • Mai 2020
  • April 2020
  • März 2020
  • Februar 2020
  • Januar 2020
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • September 2019
  • Juli 2019
  • Juni 2019
  • April 2019
  • März 2019
  • Februar 2019
  • Januar 2019
  • November 2018
  • Juni 2018
  • Mai 2018
  • April 2018
  • März 2018
  • Dezember 2017
  • November 2017
  • Oktober 2017
  • September 2017
  • Juli 2017
  • Juni 2017
  • Mai 2017
  • April 2017
  • Dezember 2016
  • November 2016
  • Oktober 2016
  • September 2016
  • Juli 2016
  • Juni 2016
  • Mai 2016
  • April 2016
  • März 2016
  • Februar 2016
  • Januar 2016
  • Dezember 2015
  • November 2015
  • September 2015
  • August 2015
  • Juli 2015
  • Mai 2015
  • April 2015
  • Februar 2015
  • Dezember 2014
  • November 2014
  • Oktober 2014
  • September 2014
  • August 2014
  • Juli 2014
  • Mai 2014
  • April 2014
  • März 2014
  • Januar 2014
  • November 2013
  • Oktober 2013
  • September 2013
  • August 2013
  • Juli 2013
  • Juni 2013
  • April 2013
  • März 2013
  • Februar 2013
  • Dezember 2012
  • November 2012
  • Oktober 2012
  • September 2012
  • August 2012
  • Juli 2012
  • Juni 2012
  • Mai 2012
  • März 2012
  • Februar 2012
  • Januar 2012
  • Dezember 2011
  • November 2011
  • Oktober 2011
  • September 2011
  • August 2011
  • Juni 2011
  • Mai 2011
  • März 2011
  • Februar 2011
  • Januar 2011
  • Dezember 2010
  • November 2010
  • Oktober 2010
  • September 2010
  • August 2010
  • Juli 2010
  • Juni 2010
  • Mai 2010
  • März 2010
  • Februar 2010
  • Januar 2010
  • Dezember 2009
  • November 2009
  • Oktober 2009
  • September 2009
  • August 2009
  • Juli 2009
  • Juni 2009
  • Mai 2009
  • April 2009
  • März 2009
  • Februar 2009

Copyright © 2025 Neue Gesellschaft für Psychologie

Powered by PressBook Masonry Blogs