Die NGfP

Die Neue Gesellschaft für Psychologie e.V. ist ein Zusammenschluss von WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aus der Psychologie und deren Nachbarprofessionen. Ihr gemeinsames Ziel ist die methoden- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit psychologischen Themen. Zu diesem Zweck bemüht sich die NGfP um eine fächerübergreifende Zusammenarbeit sowie um die Überwindung der Spaltung von Wissenschaft und Praxis.

 

     Corona. Die Inszenierung einer Krise
                                             
Hintergründe und Folgen                                              

Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie vom 7. bis 9. Juli 2022

zur gleichnamigen und zum Kongress vorliegenden Anthologie

Autoren: Armin Bernhard, Almuth Bruder-Bezzel, Andrea Kleeberg-Niepage, Carl Vierboom, Christiane Reymann, Christoph Seidler, Eva Borst, Hannes Hofbauer, Harald Wallach, Jeannette Fischer, Johanna Degen, Klaus-Jürgen Bruder, Magda von Garrel, Matthias Rudlof, Michael Ley, Michael Schneider, Robert Scholz, Rudolph Bauer, Uli Gellermann, Werner Meixner, Georg Lind († 2021)

Aktualisiertes Kongressprogramm zum Download: Programm NGfP-Kongress Juli 2022

Rückblick auf die NGfP-Konferenz 2022

Bericht eines Kongressteilnehmers

Vom 7. bis 9. Juli fand in Berlin nach zweijähriger Pause erstmals wieder der jährliche Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) statt – in diesem Jahr zum Thema: “Corona. Inszenierung einer Krise”. Trotz widriger Umstände und Gegenwind aus mehreren Richtungen – so wurden den Kongressorganisatoren beispielsweise kurzfristig die Räumlichkeiten gekündigt – wurde die NGfP-Konferenz am Ende zu einem ganz besonderen intellektuellen Lichtblick für alle Teilnehmer und Referenten. Hierbei wurde vor allem die Möglichkeit wertgeschätzt, endlich einmal wieder drei Tage im gemeinschaftlichen intellektuellen Austausch unter einem weiten geistigen Horizont genießen zu können.

Hindernisse und gute Fügungen bei der Vorbereitung

Ursprünglich hatten die Organisatoren den NGfP-Kongress bereits für März 2021 geplant. Aufgrund ausufernder Hygienebedingungen war er wieder abgesetzt worden. Weil die für Mai dieses Jahr vorgesehenen Räume im Kongresshaus des Neuen Deutschland Verlags kurzfristig gekündigt worden waren, war der Kongress für dieses Jahr zunächst auch abgesagt worden. Dann aber konnte für Anfang Juli doch noch eine wunderbare Konferenzstätte aufgetan werden.

Um die geplanten Präsentationen in jedem Fall der Öffentlichkeit vorstellen zu können, wurde frühzeitig ein Kongressband konzipiert und erarbeitet, in dem alle Referenten ihre Positionen in Schriftform vorstellen konnten. So wären die Beiträge auch im Fall eines weiteren Ausfalls an die Öffentlichkeit gelangt. Der Kongressband erschien zeitnah zur Konferenz in Buchform unter dem Titel “Corona. Inszenierung einer Krise” beim Verlag Sodenkamp & Lenz.

Schließlich wurde die kurzfristige Konferenz-Organisation zum ersten Mal in Kooperation mit Aktivisten aus coronakritischen Basisinitiativen gestemmt – insbesondere von Aktivisten der Berliner Kommunarden, die den Organisatoren der NGfP bis hin zur Konferenztechnik viele Aufgaben abnahmen.

Hinsichtlich der Lage kritischer Intellektueller hatte die neue Konferenzherberge Symbolcharakter: Denn wie der Vorsitzende der NGfP Prof. Klaus-Jürgen Bruder in seiner Eröffnungsrede zur Schönheit und zum Flair der orientalisch anmutenden Location inmitten der Ödnis eines Berliner Industriegebiets bemerkte, sei man mit dem Kongress schließlich “wie Ertrinkende in einer veritablen Oase gelandet”.

Eine Atmosphäre freien geistigen Austauschs

Die Feststellung über eine Oase inmitten der Ödnis traf nicht nur auf den Kongressort zu. Bei der Feedbackrunde zum Kongress teilten Teilnehmer ihre Einschätzung, dass sie den freien intellektuellen Austausch und den geistigen Raum auf dieser Konferenz jenseits aller Zensur und Denkverbote in der heutigen Zeit ganz besonders geschätzt hätten. In den vergangenen zwei Jahren habe man so eine Konferenz kritischer Intellektueller in Deutschland sehr vermisst. Insbesondere werde so ein zensurfreier, offener Debattenraum für nonkonformistische Perspektiven dringend benötigt.

Der freie geistige Raum schuf dabei jenseits der oftmals bedrückenden Themen und Präsentationen auch eine besondere Stimmung unter den Kongressteilnehmern. Innerhalb kürzester Zeit entstand eine herzliche Atmosphäre der Zugewandtheit, der Empathie und des gegenseitigen Interesses unter den Teilnehmern – wie sie vielleicht nur in Räumen entstehen kann, in denen Menschen es wagen, authentisch und angstfrei ihre Gefühle und Gedanken zu äußern.

Ob diese wohlwollende Atmosphäre auch dadurch beeinflusst wurde, dass sich hier viele Menschen aus dem Berufsfeld der Psychologen versammelten, oder ob ab einer kritischen Menge bewusster Menschen womöglich ein Raum entsteht, indem sich das Unbewusste und Verborgene anders eingeladen fühlt, muss offenbleiben. Solche Phänomene kann man wohl kaum messen. Aber in jedem Fall wurde die Bedeutung unbewusster Anteile der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation bei vielen der Vortragenden auf der Konferenz unter verschiedensten Gesichtspunkten immer wieder beleuchtet.

Bewusstes und Unbewusstes in der Politik – die Methode der Politische Psychologie

Im Gespräch mit RT stellte der Professor für Psychologie, Psychoanalytiker, erste Vorsitzende der NGfP und Initiator der jährlichen NGfP-Konferenzen Prof. Dr. Bruder fest: “Als Psychoanalytiker wissen wir, dass das, was gesagt wird, häufig nicht das ist, was gemeint ist – und dass es ein psychologisches Prinzip des ‘Versteckens durch Reden’ gibt.”

Bezüglich des Kongressthemas der “Inszenierung einer Krise” bedienten sich die Herrschenden zur Verschleierung der wahren Verhältnisse insbesondere der Politischen Psychologie. Diese diene hierbei zur Unbewusstmachung von Bedingungen und von Gründen menschlichen Handels. Wie dieses Unbewusstmachen geschehe, erläuterte Bruder an einem Beispiel: “Die Produktion von Mehrwert, die Ausbeutung von Arbeitskräften und die Produktionsenteignung zugunsten der Profitsteigerung bei den Kapitalisten wird durch die politische Ökonomie verdeckt. Die Politische Psychologie hat dabei die Aufgabe, diesen Zusammenhang zu verdecken. Und wer die eigentlichen Gründe aufdecken will, wird als Verschwörungstheoretiker bezeichnet.”

Auch das “Verhaltensmanagement” in der Krise bedient sich Bruder zufolge psychologischer Methoden und folgt einem behavioristischen Schema von Belohnung und Bestrafung, vergleichbar mit dem chinesischen Social-Credit-System: “Wenn du keine Impfung nachweisen kannst, kommst du hier nicht rein. Wenn du keine Maske aufhast, darfst du nicht mit der Bahn fahren. Wenn du nicht getestet bist, darfst du die Arbeitsstätte nicht betreten.”

So wie es schon im Titel der diesjährigen Konferenz “Die Inszenierung einer Krise” zum Ausdruck komme, werde mittels Methoden der politischen Psychologie aber nicht nur verdeckt. Sondern es werde auch abgelenkt von dem, was eigentlich passiere, worin ein weiterer psychologischer Mechanismus bestehe. So diene die Corona-Inszenierung zum Beispiel auch zur Ablenkung von den Plänen eines Great Reset des Weltwirtschaftsforums.

Aktivisten, Künstler und Wissenschaftler gemeinschaftlich auf einem Kongress

Auf die Frage, welche besonderen Anliegen es für den diesjährigen Kongress gegeben hätte, teilte Bruder RT mit, dass es neben den wissenschaftlichen Analysen dem Diskurs zur aktuellen gesellschaftlichen Lage das Hauptanliegen dieser Konferenz gewesen sei, “Theorie und Praxis” zusammenzubringen.

Aus diesem Grund habe es neben den Präsentationen vielfältiger soziologischer, psychologischer, ökonomischer, historischer und politischer Aspekte der aktuellen gesellschaftlichen Lage auch einen hohen Anteil an Beiträgen von Aktivisten, Betroffenen und Kulturschaffenden gegeben, die sich aktiv im Widerstand auf der Straße engagieren. So berichtete dazu auch ein Student der Philosophischen Fakultät über die Hintergründe von Konformität und Widerstand an den Universitäten.

Es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen, all die vielen inspirierenden Referate und Kulturbeiträge im Detail vorzustellen, die zum Teil völlig neue Perspektiven auf das Corona-Narrativ eröffneten. An dieser Stelle können nur die Inhalte einiger Vorträge kurz skizziert werden, um einen Eindruck von der inhaltlichen Breite der Themen zu vermitteln.

Gleichgeschaltete Presse und bitteres Schweigen der Intellektuellen

In seinem Eröffnungsreferat erläuterte Bruder, welche Rolle der Diskurs der Macht in der jetzigen Lage einnimmt und wie das Bewusstsein der Menschen manipuliert wird. “Die Rolle der Intellektuellen schält sich immer mehr heraus in ihrer Bedeutung für den Diskurs der Macht, für die Herstellung von Konsens, wie [Noam] Chomsky gesagt hat, für die Manipulation des Bewusstseins und damit des politischen Verhaltens der Bevölkerung.”

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann, Betreiber des Internetportals Rationalgalerie, fasste in seiner “Zwischenbilanz eines nunmehr zweijährigen Kampfes um die Reste der Demokratie” noch einmal die wesentlichen Kritikpunkte am Pandemie-Narrativ zusammen. So stellte er fest, dass das Drehbuch für die aktuelle Pandemiesituation schon im März 2013 in einer Risikoanalyse beim Deutschen Bundestag vorgelegen habe. Dabei sei es von vornherein nicht um Gesundheit gegangen, sondern um die Interessen der Pharmaindustrie. Jegliche diesbezügliche Opposition habe deshalb von Beginn an diffamiert werden müssen. Zur Rechtfertigung des Corona-Narrativs waren Fakten laut Gellermann gar nicht entscheidend: “Das Regime brauchte dazu keine Fakten, sondern brauchte dazu die Medien.” Und auch aus diesem Grund sei das Schweigen und Mitmachen vieler Intellektueller bitter, insbesondere in einem Land, das sich traditionell für seine Denkertraditionen rühmt, stellte der Journalist fest. Dazu habe es relativ früh eine Gleichschaltung der Presse gegeben – wobei Gellermann zufolge viele Journalisten geglaubt hätten, dass Richtige zu tun. Andere lebten weiterhin in der großen Illusion, wir hätten es hier mit einer Demokratie zu tun. Gleichzeitig habe sich die Justiz zum Büttel und Partner der Politik gemacht und zeuge aktuell von der juristischen Verkommenheit in diesem Land. Die Mehrheit der Bevölkerung mache dabei widerstandslos mit. Aber am Ende konnte Gellermann auch etwas Hoffnung säen: Eine Meinungsumfrage in der FAZ habe jüngst ergeben, dass inzwischen viele Deutsche der Meinung sind, man könne in diesem Land seine Meinung nicht mehr offen sagen. Und insgesamt freue er sich darüber, wie viele Menschen sich trotz aller Einschüchterungen und Repressionen spontan und selbst organisiert in den Widerstand begeben hätten. Es habe hier unglaublich viel Selbstermächtigung stattgefunden.

Der Romanautor und Psychoanalytiker Michael Schneider analysierte in seinem Vortrag “Die Büchse der Pandora und ihr verschwiegenes Geheimnis – das Corona-Neusprech” die manipulative Sprache, mit der die angebliche Gefährlichkeit der Pandemie in die Köpfe der Menschen verankert werden sollte. Er reflektierte noch mal die psychologische Wirkung von Begriffen wie Killervirus, Lockdown, Quarantäne, Quarantäne- Lager, Superspreader. Die Verdrehung von Rechts-Links- Zuschreibungen illustrierte er an dem Zitat des sozialistischen italienischen Schriftstellers Ignazio Silone, der gesagt haben soll: “Wenn der Faschismus wiederkommt, wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen, ich bin der Antifaschismus.”

Das Versagen der Linken und eine Diagnose der postmodernen Kultur

In der Podiumsdiskussion mit zwei Aktivisten der Freien Linken wurde das Versagen linker Basisgruppen, linker Parteien und Organisationen in einer gesellschaftlichen Situation thematisiert, in der mittels einer Pandemie eine Reichtumsumverteilung an superreiche anonyme Aktionäre von Pharmakonzernen von nie dagewesenem Ausmaß stattfindet. Wobei die Hintergründe beim Einknicken linker Institutionen in gesellschaftlichen Krisen auch historisch reflektiert wurden.

Nachdem die Psychologieprofessorin Dr. Andrea Kleeberg-Niepage ihre Analyse über den Corona-Diskurs in der deutschen Tagespresse vorgetragen hatte, stellten Michael Ley, Diplom-Psychologe sowie Professor für Organisationspsychologie, und der Diplom-Psychologe Carl Vierboom in Ihrer Präsentation “Das Corona-Universum. Strukturen eines gesellschaftlichen Wahnsystems” ihre These vor, wonach es die gesellschaftliche Krise schon vor Corona gegeben habe. Ebenso habe auch die Verengung der Debattenkultur schon viel früher eingesetzt. Dabei stellten sie ihre Diagnose der postmodernen Kultur vor, die unendlich viele Lebens- und Auswahlmöglichkeiten verspreche, gleichzeitig würden Bindungen immer mehr aufgelöst, und neue Technologien entkoppelten den Menschen von sich selbst. Im Widerspruch zur scheinbaren Welt aller Möglichkeiten gebe es gleichzeitig eine Kontrollgesellschaft, die mit psychologischer und technischer Verführung arbeite, bei der die Menschen sich freiwillig in digitalen Kontrollsysteme begäben. All diese gesellschaftlichen Herstellungsprozesse müssten bei der Bewertung der aktuellen Situation in den Blick genommen werden.

Kritik an der 4. Revolution und am Transhumanismus

Der österreichische Publizist und Verleger Dr. Hannes Hofbauer sprach zum Thema “Kybernetische Wende – zur neuen Allianz von Kapital und Staat”.

“Eines der wesentlichen Elemente der sogenannten 4. Revolution besteht darin, dass nicht die Art verändern wird, wie wir arbeiten, sondern dieses Mal sind es wir Menschen selbst, die verändert werden.” So geht es laut Dr. Hofbauer beim aktuellen gesellschaftlichen Wandel am Ende um die absolute Verwertbarkeit des Menschen und seines Erfahrungswissens, was mittels digitaler Techniken zudem auch in ein Kontrollwissen über die Menschen umgewandelt werde. Hierbei werde schließlich jede Art von menschlicher Erfahrung für die Profitgenerierung genutzt. In den letzten Jahren, seit der Bankenkrise im Jahr 2008, habe diese Entwicklung verstärkt an Fahrt aufgenommen. Historisch gesehen habe diese Dynamik, in der der Staat immer mit dem Kapital zusammengearbeitet habe, schon im 16. Jahrhundert begonnen.

In seiner Präsentation “Binäre Logik –gesellschaftliche Gefahren der Digitalisierung” machte Dr. Werner Meixner, akademischer Oberrat i. R. an der Fakultät für Informatik der TU München, den Teilnehmern insofern Hoffnung, als er darlegte, warum Maschinen niemals über menschliche Intelligenz verfügen könnten. Er stellte die Visionen von Transhumanisten vor, die mittels Maschinen und Gentechnik “transhumane Untote” produzieren wollten und damit das Menschliche in uns Menschen auslöschen würden. Allerdings könnten Computer biologische Vorgänge nicht berechnen, das habe, so Meixner, der Mathematiker Kurt Gödel schon in der Mitte des 20. Jahrhunderts nachgewiesen. Deshalb ist ein Großteil des transhumanistischen Gedankenguts laut Meixner reine Scharlatanerie.

Wie unser Gehirn Wahrnehmung konstruiert – die neurologische und soziale Konstruktion von Fakten

Schließlich referierte Diplom-Psychologe Prof. Dr. Harald Walach über “Die Coronakrise, die soziale Konstruktion von Fakten und ihre Konsequenzen”. Forschungen hätten belegt, erklärte er, wie die menschliche Wahrnehmung der Wirklichkeit neurologisch funktioniert und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen: “Unser Gehirn ist ein ‘Wirklichkeitskonstruktionsorgan’.” Äußere Reize bzw. Wahrnehmungsinhalte würden vom Gehirn zunächst auf ihren affektiven Gehalt hin untersucht, bis sie zu den “höheren” Bewertungszentren des Gehirns gelangten. Außerdem verwende das menschliche Gehirn insgesamt nur ungefähr fünf Prozent der Energie für Außenreize – zu 95 Prozent sei jedes menschliche Gehirn mit der Reizverarbeitung im Inneren beschäftigt. Und so komme es, dass uns wir das, was wir wahrnähmen, zum größtenteils selbst konstruiert hätten und es gar nicht die Wirklichkeit abbilde. Wobei Dr. Walach betonte, dass er damit nicht sagen wolle, dass es Wirklichkeit und Fakten nicht gebe. Am Ende seiner Rede erläuterte er, warum echte Wissenschaft tatsächlich langsam sei. Und er erklärte aus seiner Perspektive, wie der Widerspruch zwischen medizinischer Realität und Wirklichkeit aufgrund des Schulterschlusses zwischen Medien und Politik ignoriert werden konnte.

Die Botschaften der Künstler – Kritik, Hoffnung und Ermutigung

Im Kulturprogramm konnten die Teilnehmer am ersten Abend den bekannten sächsischen Barden Yann Song King live erleben. Seit zwei Jahren unterstützt er auf vielen Protestaktionen und Kundgebungen mit seinen Liedern, die voller Ironie und Galgenhumor das Corona-Geschehen wiedergeben, den Widerstand auf der Straße.

Das Theater- und Chorensemble “Berliner Kommunarden” bereicherte den Kongress passenderweise mit explizit linkem und antikapitalistischem Liedgut. Auch diese Künstlergruppe, deren Name von der Pariser Kommune inspiriert wurde, erfrischte die Seelen der Menschen in repressiven Zeiten schon auf vielen Widerstandsveranstaltungen.

Die Kabarettgruppe mit den Künstlern Jean-Theo Jost, Birgit Hägele und Gerhard Vondruska brachte mit Auszügen aus ihren Programmen “Propaganda” und “Die neue Normalität” die Themen des Kongresses mit Satire und Witz auf den Punkt.

Am letzten Abend trug der Berliner Chor “Freiheitsvokalisten” seine herzerwärmenden Lieder und Liederumdichtungen vor, darunter auch “Freiheit schöner Götterfunken”, eine textliche Adaption von Beethovens 9. Sinfonie, die auch als “Freude schöner Götterfunken” bekannt ist.

Dann bereicherte die theatralische Nacherzählung der Geschichte der Propaganda in künstlerischer Form den Wissenshorizont der Teilnehmer. Das Ensemble “Die Erisische Kontrollgruppe” spielte dazu Szenen aus dem Leben und Werk eines der ersten Propagandisten: Edward Bernays, ein Neffen des bekannten Psychoanalytikers Sigmund Freund, entwickelte und lehrte in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts Methoden der Propaganda, die bis heute angewandt werden.

Einen weiteren kulturellen Höhepunkt gab es bei einer theatralischen Lesung über das Leben und Engagement einer Vorkämpferin zu Zeiten der Pariser Kommune: Louise Michel. Mehrere Frauen trugen in verteilten Rollen Auszüge aus den Lebensstationen und politischen Aussagen der Revolutionärin vor. Bei den Berichten über ihre Kämpfe, beim Vortrag über ihre Werte fühlte es sich so an, als höre man Forderungen von Kämpfen um soziale Gerechtigkeit, um Frauenrechte, um wirtschaftliche Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt aus unseren Tagen. In vielen Gedanken war Michel ihrer Zeit anscheinend so weit voraus, dass ihre Anschauungen heute noch so aktuell sind.

Solidarität und Dank

Auf Anregung Gellermanns verabschiedete der NGfP-Kongress am Ende noch eine Solidaritätserklärung für den im Juni inhaftierten Initiator der coronakritischen Bewegung “Querdenken”, den Stuttgarter Unternehmer Michael Ballweg. Darin hieß es: “Lieber Michael Ballweg, du bist im Gefängnis als Symbol der demokratischen Bewegung. Wir sind mir dir solidarisch!”

Es war der letzte NGfP-Kongress, der unter dem Vorsitz von Prof. Bruder organisiert wurde. Mit der Würdigung seiner großartigen Initiative und Arbeit an diesem und den vorangehenden Kongressen sowie der Würdigung seiner Übernahme von Verantwortung als linker Intellektueller für die Durchführung intellektueller Debatten in schweren Zeiten wurde der Kongress beendet.

In diesem Beitrag kann nur eine unvollständige Zusammenfassung der vielen Themen und Diskurse vermittelt werden, die auf dem Herz und Verstand berührenden Kongress der NGfP behandelt wurden.

Wer sich für die kompletten Vorträge und Ausführungen der Referenten zum kritischen Corona-Diskurs interessiert, findet die Ausführungen dazu im Buch zum Kongress “Corona. Inszenierung einer Krise”, herausgegeben von Klaus-Jürgen Bruder, Almuth Bruder-Bezzel und Jürgen Günther beim Verlag Sodenkamp & Lenz, Mai 2022.

Psychologisierung politischer Verhältnisse

Kommentar zu dem Beitrag

„Der kollektive Schatten Deutschlands. Oder: Wieviel Faschismus steckt immer noch in uns Deutschen? Von Gotthilf Freudenreich, NDS vom 09. März 2022
https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=gotthilf-freudenreich

Klaus-Jürgen Bruder

An diesem überaus gut gemeinten und politisch informierten und reflektierten Artikel sieht man, welche gefährlichen Folgen die einfache und unkritische Übertragung der Psychologie auf politische Zusammenhänge haben kann.

Es geht dem Autor darum, den gegenwärtig in der unglaublichen Hetze gegen Russland für jeden Menschen sichtbaren Faschismus zu erklären und zu bearbeiten.
Seine Annahmen sind die von Freud bekannten:
„Ich gehe davon aus, dass die gleichen Grundgesetze, die eine einzelne Person determinieren, grundsätzlich auch für die kollektive Psyche einer Gesellschaft gelten“.1
Daraus lasse sich ableiten, „dass auch Deutschland als Ganzes auf Dauer nicht umhinkommen wird, sich der oben beschriebenen Abspaltung und Verdrängung zu stellen.“
Das heiße, „dieses Thema muss durch eine öffentliche Auseinandersetzung in das eigene Bewusstsein geholt und als Teil der deutschen Geschichte anerkannt werden.“
Das betreffe „nicht nur die Fehlinterpretation des Faschismus als zufälliges Ereignis oder den Völkermord an den Russen, sondern auch die jahrzehntelange Verdrängung dieser beiden Fakten in der Nachkriegszeit.“
Den entscheidenden Unterschied: zwischen Individuum und Gesellschaft lässt er aus seiner Betrachtung verschwinden, nämlich
die Tatsache der gesellschaftlichen Organisation der Individuen zu einer Gesellschaft: die Struktur von Klassen, Klassenteilung, die sich aus ihrer Stellung zu den Produktionsmitteln ergibt, aus der sich wiederum ihre sozioökonomischen Interessen ergeben.
Mit deren Verschwinden verschwindet auch das Subjekt der von ihm kritisierten Zustände aus dem Horizont seiner Betrachtung, ebenso wie die Geschichte von Klassenkampf, Klassenherrschaft, deren Geschichte die aller bisherigen Gesellschaft ist.
Die Geschichte der letzten beiden Jahre zeigt uns aber zur Genüge wie mit atemberaubender Geschwindigkeit aus einer Gesellschaft gemütlichen Mitläufertums eine das autokratischen Totalitarismus werden konnte.
Diese Veränderung haben die Millionen Einzelner, der Bürger mitgemacht, eben Mitläufer, aber es stand nicht in ihrer Wahl, sondern sie wurden vielmehr dazu verführt, überrumpelt, in Panik versetzt, also mehr oder weniger dazu gezwungen,
in dieser Verführung, die im Impfzwang endete, spielten die Medien, ihre Agitation, Propaganda, ihre Bilder, ihre ununterbrochene Verbreitung falscher Daten und Behauptungen eine zentrale Rolle. Täglich drängten die sehr schnell zu „Führern“ gemauserten Figuren: Drosten, Wieler, und vor allem Lauterbach sich in die Wohnzimmer der verängstigten und vereinzelten Menschen und bedrängten sie.
Im Hintergrund wurden nach und nach sämtliche Grundrechte außer Kraft gesetzt, in den Medien die Einschüchterung demonstrierender Kritiker durch die Polizei demonstrativ zur Schau gestellt, zur Disziplinierung der Bevölkerung, die dieses Schauspiel nur am Fernseher miterlebte.
Diesen entscheidenden Unterschied zwischen der Psychologie des einzelnen und der der Bevölkerung außer Acht zu lassen bedeutet zugleich die Verantwortlichen aus dem Blick zu verlieren und stattdessen den „Faschismus in uns“, in jedem einzelnen von uns dingfest und haftbar zu machen.2

1 Das ist die berühmte Freudsche Verkehrung von individuellem und gesellschaftlichem, die Verlagerung der äußeren Ursachen ins Innere (des psychischen Apparats): s. Klaus-Jürgen Bruder (2002) Phantasma der Macht. https://klaus-juergen-bruder.de/phantasma-der-macht; s.a. die freudsche Erzählung von Ödipus als Mythos der Macht. In: K.-J. Bruder & A. Bruder-Bezzel (Hg.) Individualpsychologische Psychoanalyse. Frankfurt/New York: (Europäischer Verlag der Wissenschaften Peter Lang) 2006; https://klaus-juergen-bruder.de/die-freudsche-erzaehlung-von-oedipus-als-mythos-der-macht

2 sowie Adler das bereit für den Ersten Weltkrieg beschrieben hat: Adler, Alfred (1919): Die andere Seite. Eine massenpsychologische Studie über die Schuld des Volkes. Wien. [Reprint (Faksimile) 1994, hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Almuth Bruder-Bezzel].

Stellungnahme der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) zur „Berliner Erklärung“

In dem seit einiger Zeit unter der Überschrift „Berliner Erklärung“ kursierenden Papier mehrerer Parteien und Organisationen wird pauschal und in der Sache falsch behauptet, dass die an den „Montagsspaziergängen“ teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger den Aufrufen von “Nazis, Rassist*innen, NS-Verharmloser*innen und Antisemit*innen” folgen würden.

An anderer Stelle ist sogar die Rede vom „Egoismus“ der Spaziergänger*innen sowie von einem „sozialdarwinistischen Verhalten der Corona-Proteste“. Hier wird den sich für die Demokratie engagierenden Bürger*innen, die auf der Basis eines Grundrechts ihre kritische Meinung öffentlich kundtun, Menschenfeindlichkeit unterstellt.

Da die Initiatoren der „Berliner Erklärung“ ihre ungeheuerlichen Zuschreibungen nicht beweisen können, ködern sie die potenziellen Leser*innen stattdessen mit zustimmungsheischenden Begriffen wie „Solidarität“ und „Haltung“. Damit wird der Anschein erweckt, dass Repressionen gegen die Kritiker*innen der Coronamaßnahmen sowohl erforderlich als auch legitim sind, was sich in der Realität auch schon in Form gewalttätiger Übergriffe von Seiten der „Gegendemonstranten“ bemerkbar gemacht hat.

Im Zusammenhang mit der Kritik an der Coronapolitik der Regierungen werden in der „Berliner Erklärung“ außerdem „wissenschaftsfeindliche Scheinargumente“ erwähnt. Hiermit negieren die Initiatoren und Unterstützer*innen der Erklärung völlig, dass es zahlreiche wissenschaftliche Studien renommierter Wissenschaftler*innen gibt, auf die sich die Kritik der Maßnahmen stützen kann. Die Initiatoren offenbaren ihre Unkenntnis des wissenschaftlichen Forschungsstandes zu Corona, den Coronamaßnahmen und ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Die fehlende Offenheit für regierungskritische Positionen lässt auf ein mangelndes demokratisches Bewusstsein schließen.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass es sich bei der „Berliner Erklärung“ um ein polemisches Pamphlet mit einem äußerst destruktiven Kern handelt. Wer seinen protestierenden Mitmenschen pauschal und unbewiesen politische Dummheit und unlautere Motive unterstellt, tut genau das, was er diesen vorwirft: Er verweigert und vergiftet die Debatte über konstruktive aus der coronabedingten Lage herausführende Wege und trägt somit zu einer weiteren Vertiefung der gesellschaftlichen Spaltung bei.

Dem in der „Berliner Erklärung“ versuchten Rufmord an den Kritiker*innen der Coronamaßnahmen stellen wir uns entgegen und werden uns unser demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nehmen lassen.

Im Namen des Vorstands: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder (Vorsitzender) und Magda von Garrel

Die Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP) ist ein Zusammenschluss von Psycholog*Innen und Angehörigen verwandter Berufe, mit dem Ziel, ein diskursives, kritisches und reflexives Wissenschaftsverständnis der Psychologie weiterzuentwickeln, eine problemgerechte und gesellschaftlich verantwortliche Forschung und Praxis zu unterstützen und eine Erneuerung der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Orientierung zu ermöglichen. In der Zeit vom 26. bis 28. Mai 2022 führt die NGfP in Berlin einen Kongress zum Thema „Corona. Die Inszenierung einer Krise – Hintergründe und Folgen“ durch.

Rufmord mit Ansage an kritischem Medienwissenschaftler – der Konformismus der Leitmedien

Für eine funktionierende Demokratie muss die Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft (Artikel 5, Grundgesetz) in Gesellschaft und Medien unbedingt gewährleistet werden.
Seit Beginn der gesellschaftlich-medialen Pandemieberichterstattung ist offensichtlich, wie die Freiheit und Vielfalt der Wissenschaft und der Meinung(en) unterminiert wird.
WissenschaftlerInnen, die mit ihrer Expertise kritische Analysen in die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion einbringen und dabei nicht dem politischen und medialen Mainstream folgen, werden von ihren eigenen Hochschulen ausgegrenzt und in den Leitmedien schlechtgeschrieben, indem sie ohne eine faire argumentative Auseinandersetzung als “Verschwörungstheoretiker”, “Rechte” und “Querdenker” diffamiert und ihre wissenschaftliche Reputation in Frage gestellt wird.

Ein aktuelles Beispiel ist die Hetze gegen den kritischen Medienwissenschaftler Prof. Michael Meyen.
Eine kritische exemplarische Analyse der medialen Diffamierungsprozesse gegen Person und Reputation, mit denen eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit kritischen Positionen vermieden und abgewehrt wird, ist hier zu finden:

https://multipolar-magazin.de/artikel/ein-professor-soll-weg

Wir trauern um einen mutigen Kollegen

 

Georg Lind war einer der ersten, der sich gegen den Irrsinn engagiert hat, eine ganze Gesellschaft unter dem Vorwand, sie gegen ein Virus zu schützen, in Gewahrsam zu nehmen.
Seinem unerschrockenen Einsatz verdanken wir einen wesentlichen Beitrag bei der Verbreitung der unterdrückten Forschung und Diskussion.
Er wollte auf dem nächsten Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie mit einem Beitrag dabei sein.
Wir haben durch seinen frühen Tod einen großartigen Gefährten und Freund verloren.

Klaus-Jürgen Bruder

im Namen des Vorstands
der Neuen Gesellschaft für Psychologie

3G- Regelung an Hochschulen: Menschenrecht auf Bildung ad acta gelegt – Impfpflicht durch die Hintertür

Conny Stahmer-Weinandy

Nachdem Studierende 1,5 Jahre isoliert im Homeoffice „studieren“ mussten, dürfen sie ab WS 2021/2 wieder an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Nach Maßgabe der Corona – Länderverordnungen und mit Unterstützung der Hochschulrektorenkonferenz (1) wird von den meisten Hochschulen die sogenannte 3G- Regel eingeführt. Nur wer geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet ist, darf die Hochschule betreten.

Wer sich nicht an diese Regeln hält, wird von den entsprechenden Seminaren ausgeschlossen, des Campus verwiesen und mit Ordnungsmaßnahmen belegt. Das gilt gleichermaßen für Mitarbeiter*innen der Hochschulen.

Die Studierenden haben keinen Anspruch auf Ersatzveranstaltungen oder den virtuellen Besuch der betreffenden Präsenz-Seminare.

Mit der Kostenübernahme der Tests ab 11.10.2021 wird sich der Kreis der Ausgeschlossenen sehr wahrscheinlich erweitern, denn viele Studierende können sich mehrfache Testungen in der Woche finanziell nicht leisten.

Das weiß auch Peter-André Alt, Präsident der HRK, und nimmt die Ausgrenzung von Ungeimpften billigend in Kauf, indem er konstatiert:

„Das dritte G wird in der Praxis kaum umsetzbar sein. … Es wird für ungeimpfte Studierende kaum finanzierbar sein, jedes Mal einen Test zu bezahlen, wenn sie in die Hochschule gehen.“ (2)

Ungeimpfte Student*innen, die sich die Tests nicht leisten können, ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit einfordern und sich nicht impfen lassen wollen, haben somit nur eine Alternative: Impfung oder Abbruch des Studiums, was faktisch einem Impfzwang und einer Aufhebung des Grundrechts auf Bildung gleichkommt.

An der Universität Karlsruhe wird den Student*innen diese Entscheidung bereits abgenommen: Wer drei Mal gegen die Regeln verstößt, kann exmatrikuliert werden.

Die Hochschule sieht dafür ein dreistufiges Verfahren vor: 1. Regelverstoß impliziert den zweiwöchigen Ausschluss von der Präsenz-Lehre, der 2. Verstoß führt zu einem Ausschluss von Präsenzveranstaltungen bis Semesterende und beim 3. Regelwidrigkeit kann es zur Exmatrikulation kommen. (3)

Das repressive Vorgehen der Hochschulleitungen spiegelt sich auch in den angeordneten Kontrollmaßnahmen wider.
Dabei wird vor Denunziation, Stigmatisierung und Spaltung der Studentenschaft nicht zurückgeschreckt.

Kontroll-Teams, bestehend aus internen und externen Mitarbeiter*innen, prüfen „flexibel“ an verschiedenen Orten des Campus die Einhaltung der Zulassungsverordnungen.

Die Uni Münster wirbt auch innerhalb der Studentenschaft für diese Teams. Als „COV-SCOUTs“ können sich die Student*innen im Rahmen von 450 Euro Jobs an der Kontrolle ihrer Kommiliton*innen beteiligen. (4)

Einige HS gehen noch einen Schritt weiter und führen die Kennzeichnung der Student*innen ein. Unter der Überschrift „LUH-Campus – Safer Science! – LUH-Einlassbänder erleichtern den Zugang“ wirbt beispielsweise die Hochschulleitung der Universität Hannover für das freiwillige Tragen von farbigen Einlassbändern. (5)

In Paderborn hat niemand mehr die Qual der Wahl. Dort tragen alle Studierende für den 3G Nachweis ein farbiges Bändchen, das täglich die Farbe wechselt.

Zurecht fragt Ralf Wurzbacher in seinem auf den NachDenkSeiten erschienen Artikel „ Bildungsspritze: Wer in Deutschland studieren will, muss den Ärmel hochkrempeln, ob da nicht irgendwem „düstere Erinnerungen in den Sinn“ kommen könnten.(6)

Bisher regt sich jedoch nur wenig Widerstand gegen die willkürlichen staatlichen 3G-Eingriffe in das Grundrecht auf Bildung und die körperliche Unversehrtheit.
Dabei gibt es viele Gründe, die Impfung mit einem experimentellen Impfstoff abzulehnen.
Bereits jetzt ist abzusehen, dass die sogenannte Impfung gegen Covid 19 zu mehr Nebenwirkungen führt als bei allen bisher zugelassenen Impfstoffen. Langzeitwirkungen sind noch nicht bekannt, Mittlerweile häufen sich auch die Stimmen, die die Wirksamkeit und den Schutz der Covid Impfstoffe in Frage stellen (7).

Und es gibt auch gute Gründe an der Verfassungsmäßigkeit der 3G und 2G Regeln zu zweifeln.

Erst vor kurzem hat der Staatsrechtler Professor Dr. Dietrich Murswiek ein Gutachten vorgelegt, in dem er 2G- und 3G- Regeln scharf kritisiert:
„Sämtliche 2G- und 3G-Regeln, insbesondere 3G mit kostenpflichtigem Test, die Benachteiligung bei Quarantänepflichten sowie das Vorenthalten der Verdienstausfallentschädigung für Ungeimpfte sind mit dem Grundgesetz unvereinbar und verstoßen gegen die Grundrechte der Betroffenen.“
„Der indirekte Impfzwang, der über 2G und 3G ausgeübt wird, ist unverhältnismäßig, weil er das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen bezüglich ihrer körperlichen Integrität drastisch einschränkt und ihnen potentiell schwerwiegende Lebens- und Gesundheitsrisiken auferlegt“ (8)

Wieder einmal ignorieren Hochschulen, aber auch Bildungsverbände und Gewerkschaften die Stimmen aus Wissenschaft und Gesellschaft, die es wagen, das Coronaregime in Frage zu stellen. Stattdessen übernehmen sie staatsdienlich das herrschende Corona-Narrativ der Regierung und lassen sich für deren politische Ziele instrumentalisieren. Die notwendige kritische Distanz von Forschung und Lehre gegenüber politischer und gesellschaftlicher Macht sucht man vergeblich, gesellschaftskritischer Diskurs findet nicht statt. Damit beweisen Hochschulen einmal mehr ihre „regimestützende Rolle“ (9)

Es bleibt zu hoffen, dass u.a. Initiativen wie #wissenschaftstehtauf, #allesaufdentisch #studentenstehenauf, alternative Medien und kritische Wissenschaftler den Student*innen, die genötigt und die existentiell bedroht werden und sich dennoch diesen Maßnahmen widersetzen wollen, eine hörbare Stimme geben können.

Quellen:

(1) https://www.hrk.de/themen/hochschulsystem/covid-19-pandemie-und-die- hochschulen/
(2) https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel- fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html
(3) https://www.h-ka.de/corona/news-fallzahlen
(4) https://www.corodok.de/denunzierung-auf-450-e-basis/#more-24967
(5) https://www.uni-hannover.de/de/universitaet/aktuelles/corona/detailansicht/news/nachricht-der-hochschulleitung-an-die-studierenden-der-luh-22/
(6) https://www.nachdenkseiten.de/?p=75902
(7) Die Ergebnisse einer aktuellen Havardstudie, veröffentlich im European Journal of Epidemiology belegen, dass die experimentellen Impfstoffe, nicht wie bisher angenommenen, einen Schutz vor einer Infektion garantieren. Eine höhere Impfrate bewirkt keineswegs eine niedrigere Ansteckungsrate.
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10654-021-00808-7.pdf
(8) https://impfentscheidung.online/rechtsgutachten-verfassungswidrigkeit-impfzwang/
(9) https://sciencefiles.org/2021/09/08/ausgerechnet-hochschulen-werden-zu-exekutoren-der-apartheid-

Verkehrung als Waffe des Diskurses der Macht

Klaus-Jürgen Bruder, Berlin,
Neue Gesellschaft für Psychologie

Vortrag in der Online-Veranstaltung „Freiheit, Sicherheit, Solidarität – Wie wollen wir gesund leben?” der Gruppe “linker kritischer Coronadiskurs” am den 15. Oktober 2021

Wie wir leben wollen? – Auf jeden Fall nicht so wie heute!

was ist an dem jetzigen Leben falsch?
Die Beschneidung der Bürgerrechte,
die jeder rationalen Grundlage entbehrenden allgegenwärtigen Anweisungen,
das Gefühl, der Willkür von Idioten ausgesetzt zu sein,
ihrem sadistischen Machtprotz,
dem Gefühl völliger Ohnmacht, Unsicherheit wie es weitergehen wird,
ein Gefühl, sich in einer Irrenanstalt zu befinden,
in einer Goffmanschen Totalen Institution ,
Misstrauen hat die Beziehung zu anderen vergiftet.

Austausch, Diskussionen, Gespräche im größeren Kreis, Universitäten, Schulen, Bildung und Weiterbildung finden kaum mehr ohne Video statt.
Das Medium beherrscht die Kommunikation, verändert sie,
und das Wissen, einer unbekannten „Öffentlichkeit“ ausgeliefert zu sein,
die ohne dass wir es wissen mithören, dabei sein kann,
eine Öffentlichkeit, die wir nicht mehr kontrollieren können, in der wir immer die Möglichkeit unkontrollierter Kontrolle mitdenken müssen….

Der gesamte Vortrag zum Download: Verkehrung als Waffe des Diskurses der Macht

Über die Psychologie des Verschwörungsleugners

Der Beitrag zur Psychologie der Verschwörungsleugner von Tim Foyle, der bereits das Datum 12.03.2021 trägt, wird trotzdem – wenn auch mit Verspätung – auf unserer Seite verbreitet, denn er arbeitet eine ganz entscheidende Taktik des „Corona“- Diskurses heraus:

Die Taktik der „Verkehrung“, die bereits George Orwell als die entscheidende Taktik des Diskurses der Macht ins Zentrum seiner Dystopie gestellt hatte. Es ist die Taktik des „Hexeneinmaleins“: „Aus Schwarz mach weiß, aus Rechts mach Links“ – dem Bildungsbürger aus Goethes Faust Teil zwei wohlbekannt – die gleichwohl in der Inszenierung des Coronaregimes, gerade in den Reihen der Bildungsbürger, Jürgen Habermas nicht ausgenommen, einen verblüffend großen Erfolg hatte.

Tim Foyle stellt die Verkehrung wieder vom Kopf auf ihre Füße, indem er überzeugend belegt, dass das Etikett „Verschwörungstheoretiker“ der Verleugnung der Verschwörung der „Eliten“ gegen die Bevölkerung dient, wie sie Paul Schreyer in der „Chronik einer angekündigten Krise: Wie ein Virus die Welt verändern konnte“ vom September 2020 herausgearbeitet hatte.

Problematisch ist allerdings Foyles Analyse der psychologischen Antriebe – er stellt sie am Ende selbst zur Diskussion. Am Begriff des „Soziopathen“, der in der Psychiatrie zur Diagnostizierung einer psychischen Störung vor allem des Sozialverhaltens der Person verwendet wird, wird eine Psychologisierung gesellschaftlicher Zusammenhänge deutlich, die selbst zu einer Verkehrung von Ursache und Folge führt.

Originalversion:https://off-guardian.org/2021/03/12/on-the-psychology-of-the-conspiracy-denier
Dt. Version: https://blog.bastian-barucker.de/ueber-die-psychologie-des-verschwoerungsleugners/

s.a.: Matthias Bröckers. Verschwörungstheorie. Anmerkungen zur Inflation eines Kampfbegriffs. In: Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder (Hg.) Macht – wie die Meinung der Herrschenden zur herrschenden Meinung wird. Frankfurt/M.: Westend Verlag, S. 166-176.

s.a.: Norbert Härings Analyse von 19 im Corona-Regime umgepolten Begriffen auf seiner Internetseite https://norberthaering.de/liste-manipulationen/

„Gemäß einem Strategiepapier aus dem deutschen Innenministerium war es von Beginn an Regierungsziel, Angst vor Covid zu erzeugen. Wie in George Orwells „1984“ werden die Begriffe umgedeutet um das Reden, Denken und Fühlen der Menschen in die gewünschte Richtung zu lenken. Das betrifft auch das Ziel, Impfung als (allein) heilbringend und unbedingt notwendig erscheinen zu lassen. Es folgt ein Kompendium umgedeuteter Begriffe (Stand 28.09.2021).“

Sagen was ist – im Angesicht der Macht

Klaus-Jürgen Bruder

Wie kann das sein: es geht immer so weiter,
obwohl die Begründungen für die drastischen Maßnahmen längst obsolet geworden sind.
Die Kritik an der Unbrauchbarkeit der Tests, an der Unbrauchbarkeit der Masken,
an der Unnötigkeit der Lockdown Maßnahmen wird immer breiter,
immer mehr Wissenschaftler und Experten schließen sich ihr an.
Zuletzt, am 21.07.2021 hat das CDC[2] bestätigt, dass der PCR-Test nicht zwischen SARS und Influenza unterscheiden kann und zieht den Einsatz von PCR-Tests in den USA ab 31. Dezember 2021 zurück. Dieser Test hat mehr wirtschaftlichen Schaden und Leid verursacht als jedes andere medizinische Gerät in der Geschichte……….

Weiter zum gesamten Text: Sagen was ist im Angesicht der Macht

Therapeutische Reinräume: Über das Schweigen der Psychologen

Von Michael Ley und Carl Vierboom

In der gegenwärtigen Krise bleiben die Psychologen auffällig schweigsam. Es gibt einige wenige Psychologen, die sich mit Kritik an der Corona-Statistik zu Wort melden, die auf die schwierige Situation in den Familien aufmerksam machen oder die darüber nachdenken, wodurch die Angst vor dem Virus motiviert sein könnte. Die meisten halten sich mit Stellungnahmen zu Corona aber zurück. Besonders, wenn es um kritische Äußerungen zu einzelnen Maßnahmen der Bundesregierung geht, überlassen sie den Ärzten oder Psychiatern das Wort. Man hat den Eindruck, als wollten sich Psychologen im Angesicht von Corona nicht zu Bekenntnissen hinreißen lassen.
Das überrascht um so mehr, als Psychologen in der Vergangenheit keineswegs unpolitisch waren. Der kritische Blick auf gesellschaftliche und politische Zusammenhänge gehörte einmal zum Selbstverständnis der Psychologen dazu. Es gab eine Zeit, in der sich bestimmte Gruppierungen innerhalb der Psychologie sogar ausdrücklich zu einer „Kritischen Psychologie“ bekannten. Davon abgesehen gibt es kaum ein soziales oder politisches Phänomen, zu dem sich einzelne Psychologen oder ihre Zunft im ganzen nicht geäußert hätten: angefangen bei Fragen zur Erziehung, über die Auswüchse des Städtebaus oder beim Medienkonsum bis hin zur Atomkraft oder zur Lage in den Gefängnissen und Psychiatrien.
Psychologen haben sich nie darauf beschränkt, bloß individuelle Leiden zu therapieren. Sie haben die seelischen Nöte der Menschen immer auch in den Zusammenhang gesellschaftlicher Verhältnisse gerückt und sich berechtigt gesehen, dazu Stellung zu nehmen. Sie haben ihr Recht als Staatsbürger wahrgenommen und sich zu Wort gemeldet. Bei Corona dagegen bleiben die meisten stumm……

Zum gesamten Text: Therapeutische Reinräume: Über das Schweigen der Psychologen