Fassen wir neuen Mut

Es gilt, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes Wesen ist.
von Stefan Korinth
Leben wir in einer Gesellschaft ohne Opposition? Kritische Psychologen debattieren Anfang März auf einem Kongress in Berlin diese Fragestellung, die bereits der Philosoph Herbert Marcuse 1964 aufgeworfen hatte. Die jährliche Tagung der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) wurde dabei im Vorfeld mit Antisemitismusvorwürfen attackiert. So inhaltlich konstruiert diese Vorwürfe auch sind, so machten sie doch deutlich, mit welchen Methoden heutige Opposition geschwächt werden soll.
https://www.rubikon.news/artikel/fassen-wir-neuen-mut

Ein Gift von hoher Reinheit

Neokoloniale Lebensweise
Klaus-Jürgen Bruder

„Ein Gift von hoher Reinheit“ jubiliert Klaus-Dieter Frankenberger als Demokos, als der Kriegstreiber der FAZ (am 13.04.18) im Pathos der griechischen Tragödie. Zwar werde „die russische Führung, unterstützt von willigen Claqueuren; […] natürlich weiter bestreiten, dass sie etwas mit der Sache zu tun habe, […] aber wenigstens hierzulande kann nicht mehr so getan werden als gebe es keine Beweise. Die Kette schließt sich.“

Wenn der Diskurs des Imperiums zur klassischen Tragödie zurückkehrt, nicht mehr „argumentativ“ zu „überzeugen“ versucht,
sondern die „Beweise“ einfach performativ in die Welt setzt

Und die Frage nach dem cui bono zum Gott-sei-bei-uns der Verschwörungstheorie wird, das analytische Denken, die wichtigste Waffe gegen die Willkür der Mächtigen und Machthaber zum Obskurantismus geschlagen

Sind wir tatsächlich zurückgebeamt zur kolonialen Lebensweise des Imperiums:
der Diskurs der Macht muss nicht mehr „argumentativ“ überzeugen, sondern performativ herstellen,
worauf „wir“ (dh er) dann „Antworten finden müssen“: Jens Stoltenberg (18.03.18)

Das „Ceterum censeo carthaginem esse delendam“ reicht aus, um die Kriegserklärung als spätpubertären Joke zu twittern:
„Mach dich bereit Rußland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und intelligent“

Gegen die performative Impertinenz scheint die diskursive Bemühung wie eine „alte Tante“: immer noch von der Vorstellung besessen, die Lügen der Macht widerlegen zu müssen. So als wüssten die Belogenen nicht schon längst, was wir ihnen erklären zu müssen glauben.

Sind wir nicht schon längst zu Kompradoren der kolonialen Lebensweise geworden. Ist es nicht an der Zeit, unsere Rolle zur Diskussion zu stellen, die Rolle der Psychologen, die Rolle der Wissenschaftler, die Rolle als Intellektuelle – welcher Seite?

Stichworte (unsystematische Auswahl):
Festung Europa,
Kriege weit ab vom Zentrum
elitäres Bewusstsein der Neuen Kreativen („Sedan-Lächeln“)
Tanz um das goldene Kalb,
„Befriedungsverbrechen“
Regieren mit der Angst
Innere Kolonisierung
Gentrifizierung, Obdachlosigkeit, Tafeln
suggerierte Partizipation, simulierte Demokratie

Männerkongress 2018 – „MÄNNER. MACHT. THERAPIE.“

“Die Auswirkungen eines entgrenzten Verwertungskapitalismus in Form der Globalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt, sozialer Segregation nach innen und Migration von außen sowie big data und Cyberspace, bewirken vielfältige Verunsicherungen und Ängste vor einem Verlust von Autonomie, Halt und Identität. Diese Entwicklungen erzeugen ein gesellschaftliches Klima, das von vielen Menschen als diffuse Bedrohung wahrgenommen wird und dann zu unterschiedlichen Reaktionsbildungen führt. Dazu zählen auch (sub)kulturelle Erscheinungsformen neuer oder restaurativer Männlichkeit, die sich in überwunden geglaubten Prozessen und Protagonisten in der Politik, in der Wirtschaft aber auch in der Jugendkultur manifestieren. Das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit bringt so individuell und gesellschaftlich neue und alte Formen der projektiven Delegation und Aneignung von Macht hervor. Kann Sicherheit in Zeiten wachsender Beunruhigung und struktureller Umbrüche aber auch mithilfe psychoanalytisch inspirierter Reflexion oder Psychotherapie erwachsen? In welcher Weise existieren hier Alternativen zu destruktiven Scheinlösungen gerade für Jungen und Männer? Diesen Themen gehen ausgewiesene Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen nach.”

Datum: 21. & 22. September 2018
Ort: Universitätsklinikum Düsseldorf
Zertifizierung bei der Ärztekammer Nordrhein beantragt (voraussichtlich 15 Punkte)
Anmeldung: http://www.maennerkongress-duesseldorf.de/page/anmeldung
Flyer: http://www.maennerkongress-duesseldorf.de/files/mk18/mk18-flyer-web.pdf