Journal für Psychologie – Ausgabe 1/2016: Elternschaft als relationale Praxis

Die neue Ausgabe ( 1/2016) des Journals für Psychologie ist erschienen:

Elternschaft als relationale Praxis

Hrsg. Anna Sieben & Guenter Mey

http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/issue/view/48

Die von Anna Sieben und Guenter Mey herausgegebene Ausgabe versammelt Beiträge zum Thema “Elternschaft als relationale Praxis” und stellt sich in die Tradition der britischen Parenting Culture Studies: Beschreibung und Analyse von Eltern-Kulturen werden als eine interdisziplinäre Aufgabe betrachtet – sie erfordert psychologische, sozialwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Arbeiten.

Mit den neun Beiträgen des Themenheftes werden zentrale Bereiche aktueller Eltern-Kulturen angesprochen, so theoretische Überlegungen zum Begriff der Elternschaft, Analysen der diskursiven Hervorbringung der Eltern-Kind-Beziehung, empirische Untersuchungen zu heterogenen Wegen in die Elternschaft und Perspektiven auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung bei Elternpaaren, wobei diese als qualitative Forschungsarbeiten in Form von Interviewstudien, Ethnografien, Sekundäranlysen und Dokumentenanalysen angelegt sind.
INHALT

Anna Sieben, Günter Mey: Editorial
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/390

Désirée Waterstradt: Prozesstheorie der Elternschaft: Grundlage zur Reflexion und Offenlegung von Elternschaftskonzepten in Forschung und Berufspraxis
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/391

Michael Wutzler: Verteilte Verantwortungen – Von der geschlossenen, affektiven, familialen Privatheit zum offenen Netz emotionalen Engagements
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/392

Rhea Seehaus: »Ihr Baby braucht Sie, Ihre Liebe, Ihre Naehe und Ihre Zaertlichkeit!« – (Normative) Konstruktionen von Elternschaft und Elternaufgaben in Settings der Natalitaet
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/393

Birgit Mayer-Lewis: Familiengründung im Kontext reproduktionsmedizinischer Angebote
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/394

Maika Böhm, Philipp Franz, Silja Matthiesen: Studierende Eltern – Im Spannungsfeld geschlechteregalitaerer Ideale und traditioneller Geschlechterrollen?
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/395

Waltraud Cornelißen: Das Timing von Kindern – Relationale Praktiken in spaetmodernen Beziehungswelten
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/396

Verena Witzig, Julia C. Nentwich: Neue Väter, alte Muetter? Elternschaft zwischen Egalität und Unterschiedlichkeit
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/397

Sara Maierhofer, Irene Strasser: »Das war bei uns ganz einfach, weil ich war der Verdiener« – Elterliche Arbeitsteilung im Fokus von Traditionalisierungsprozessen
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/398

Eva Tolasch: Der Psychiater als guter Elternschaftskonstrukteur – Eine Fallanalyse am Beispiel von Hausarbeit
http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/399

Call for Papers “Elternschaft als relationale Praxis” – Journal für Psychologie

Call for Papers “Elternschaft als relationale Praxis”
(hrsg. von Anna Sieben / Günter Mey) ˆ Ausgabe 1/2016

Mit dem Slogan “Elternschaft als Option” wird darauf aufmerksam gemacht, dass sich heute viele Menschen nicht nur bewusst für oder gegen Kinder entscheiden können, sondern unzählige Entscheidungen treffen (müssen): vom Einsatz pränataler Diagnoseverfahren, der Wahl des Geburtsortes, über die “richtige” Art der Kinderbetreuung bis hin zum Wohnort oder Ausmaß des Medienkonsums u.v.m.
Dabei erscheint Wahlfreiheit als zwiespältige Angelegenheit. Sie bietet Selbstbestimmung und fordert Festlegung und Positionierung. Entscheidungen positionieren Eltern und ihre Kinder in Milieu, Klasse, Kultur und Generation. Zweitens entscheiden Eltern für jemand anderes – ihr Kind – und mit Blick auf eine ungewisse Zukunft, für die sie sich verantwortlich fühlen. Drittens sind viele Eltern nicht alleine sondern zu zweit und in hohem Maße voneinander abhängig.
Mit dem Konzept der relationalen Praxis möchten wir in diesem Themenheft die vielfältigen Bezüge von Elternschaft im Spannungsfeld von (geforderter) Verantwortungsübernahme und (reflektiertem) Handeln einerseits sowie Interdependenz und Ausgesetzt-Sein andererseits in den Fokus rücken. Wir laden theoretische und (qualitativ-) empirische Beiträge ein, die dem Handeln und Erleben von Eltern aus psychologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive nachgehen. Folgende Themen sind von besonderem Interesse:
** Diskurse zu Elternschaft, beispielsweise in Elternratgebern oder Zeitschriften
** Erlebte Dilemmata und Paradoxien der Elternschaft
** Prozesse der Entscheidung für oder gegen Elternschaft, bzw. für bestimmte Formen der Elternschaft inkl. alternative Lebensformen von Elternschaft
** Relevanz psychologischer Theorien für Handlungspraktiken und Selbstverständnisse von Eltern (beispielsweise behavioristische Lerntheorien, das Freud’sche Phasenmodell der sexuellen Entwicklung oder die Bindungstheorie von Bowlby)

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Schwerpunktheft beteiligen wollen, senden Sie bitte zu unserer Orientierung bis 15.1.2015 ein Abstract (max. 1 Seite/3000 Zeichen) an:
anna.sieben@rub.de und guenter.mey@hs-magbeburg.de

Sie erhalten zu Ihrem Abstract zeitnah ein Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis 1.9.2015 vorliegen (Zusendung an die HerausgeberInnen oder Upload auf der Homepage der Zeitschrift). Um die Einhaltung unserer Manuskriptrichtlinien wird ausdrücklich gebeten (http://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/about/submissions#authorGuidelines ).
Anschliessend an die Einreichung Ihres Beitrages startet das Begutachtungsverfahren (peer review), das Ergebnis wird Ihnen spätestens bis Februar 2016 mitgeteilt, Revisionen sind dann bis März 2016 vorzunehmen.

Das Heft wird in der ersten Jahreshälfte 2016 online im Open Access erscheinen.

Auch Beiträge jenseits des Themenschwerpunkts sind immer willkommen. Diese reichen Sie bitte direkt über das Portal auf unserer Website www.journal-fuer-psychologie.de ein.