Law and the Incest Taboo

John Bornemann hat am 25. Juni 2009 im Zuge einer von der NGfP organisierten Veranstaltung an der Freien Universität Berlin einen Vortrag unter dem Titel „Law and the Incest Taboo: The Mother and the Father in the Imaginary Complex of the Sexual Abuse of Children“ gehalten. Er stellte darin pointiert und provokant die Überlegung an, dass die Bedeutung des Inzest-Tabus, das Bornemann im Sinne eines Verbotes darstellte, Sexualität mit Familienangehörigen auszuleben, in besonderer Weise einer Verschiebung in der westlichen Welt unterliegen würde. Während es zuvor stärker auf die Verhinderung von sexuellem Missbrauch im Allgemeinen und im Speziellen gegenüber Kindern abgezielt habe, ginge es nun seiner Meinung nach vor allem um die Regulation – und hier knüpfte er an den Foucault von Sexualität und Wahrheit an – von männlicher Sexualität gegenüber Kindern. Um das zu erläutern, gab er als Anthropologe Einblick in seine aktuelle Forschung, in der er sich mit der therapeutischen Behandlung von missbrauchten Kindern und den männlichen Tätern, der juristischen Aufarbeitung und der Verhandlung solcher Themen in den Medien auseinandergesetzt hat. (mehr …)