NGfP befürwortet die Einrichtung eines Servicezentrums für qualitative Daten

Die NGfP begrüßt den geplanten Ausbau des Archivs für Lebenslaufforschung (ALLF), Universität Bremen, zu einem bundesweiten Servicezentrum für qualitative Daten.

Die Notwendigkeit von freiem Zugang (bei Einhaltung aller datenschutzrechlichen Bestimmungen) wird zunehmend diskutiert (u.a. durch die DFG, OECD, Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen). Eine bedarfsgerechte Bereitstellung von qualitativen Primärdaten für die Nachnutzung in Forschung und Lehre erscheint für die hiesige Forschung dringend geboten; dies zeigen nicht nur die Ergebnisse der sog. „Machbarkeitsstudie“ sondern auch vergleichbare Servicezentren in anderen europäischen Ländern (etwa das ESDS Qualidata in Essex, GB).

Die Sekundärnutzung von qualitativen Primärdaten eröffnet insbesondere: vertiefende Analysen spezifischer Aspekte aus Erststudien, die Integration von Daten aus mehrerer Studien und die Einbindung von Daten in follow-up Studien.

Mit der Bereitstellung von Primärdaten wird das vielfach diskutierte Anliegen zu Open Access ? Wissenschaft als öffentliches Gut ? um eine weitere Umsetzung erweitert und die Nachnutzung und Sekundäranalyse bietet zudem auch eine Möglichkeit, zu der Forderung nach Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (DFG) beizutragen.

Die NGfP sieht in der Initiative des ALLF vielfältige Möglichkeiten für eine verbesserte Forschungspraxis und Methodenausbildung und unterstützt daher die Einrichtung des Servicezentrums mit Nachdruck.

Petition: Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen

Dem Bundestag liegt eine Petition zum kostenfreien Zugang von wissenschaftlichen Publikationen (Open Access) aus öffentlich geförderter Forschung vor. Die Online-Petition für Open Access hat bereits über 20.000 Mitzeichner und kann bis zum 22. Dezember 2009 unterzeichnet werden.

Die NGfP möchte ganz ausdrücklich dazu ermuntern, die Petition mitzuzeichnen und zu unterstützen. Zur Petition geht es hier:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922

Journal für Psychologie 3/2009 erschienen

zum Heft

Erschienen ist die 3. Ausgabe des Jahrgangs 2009 des Journal für Psychologie, der Online-Zeitschrift der Neuen Gesellschaft für Psychologie, mit ausgewählten Einzelbeiträgen, herausgegeben von Peter Mattes (Berlin/Wien) und Jarg Bergold (Berlin).
Sie enthält zunächst zwei methoden- und konzeptkritische Beiträge: ein Gespräch zwischen einem Psychologieprofessor und seinen Söhnen, einem Physiker und einem Techniker, zum Thema „Physik verhält sich zu Ingenieurwissenschaften wie Psychologische Grundlagenforschung zu ‚Psychoklempnerei’? Eine interdisziplinäre Replik und weiterführende Fragen zur gegenwärtigen Psychologie“ (Ernst F. Plaum, Burkhard M. Plaum & Wätzold V. Plaum) sowie von Stefan Thomas „Grundbegriffe einer Psychologie des Alltags: Eine Wiederannährung an die Sozialwissenschaften“. Dem folgen zwei subjektwissenschaftliche Untersuchungen zur koordinierenden Funktion des Sprechens von Jürgen Messing & Anke Werani („Sprechend koordinieren“) sowie von Anke Werani „Die Rolle inneren Sprechens beim Problemlösen“, eine empirische Untersuchung. Christiane Kiese-Himmel & Marcus Reeh berichten in „Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen in einer klinischen Ambulanz: Anspruch und Wirklichkeit“ von ihren institutionellen Erfahrungen. Der Beitrag von Gerald Dōkō Virtbauer, „Intersubjektivität in Mahāyāna-Buddhismus und relationaler Psychoanalyse“ ist eine transkulturelle Betrachtung. Und die Ausgabe wird abgeschlossen mit einer empirischen Untersuchung zur Arbeit von Prostituierten: „Psychologische Aspekte der Prostitution
“ von Susanne Dierich.
Wie immer sind die Texte in Open Access abrufbar, unter www.journal-fuer-psychologie.de/jfp-3-2009.html.

Filmpremiere: „Wenn Ärzte Töten – Robert Jay Lifton über Wahn und Ethik in der Medizin“

Zum Film: Angeregt durch Dokumente des Frankfurter Auschwitz Prozesses, begann der amerikanische Wissenschaftler Robert Jay Lifton seine Forschung über die Verstrickung der Medizin in den Holocaust und alle politischen Gewaltakte bis heute. Lifton beschränkt sich dabei nicht nur auf die Betrachtung der historischen Hintergründe sondern wirft auch die Frage nach Ethik und Moral in der modernen Medizin auf. Dabei entstanden in wochenlangen Gesprächen Bilder voller psychologischer Abgründe.

Kinostart: 03.12.2009
Ein Expertengespräch findet am 06. Dezember um 15:00 Uhr statt.
Ort: BABYLON Berlin Mitte
Rosa Luxemburg Str. 30
10178 Berlin
Kartenreservierungen unter 030/2425969
www.babylonberlin.de