Themenheft 2/2015 des Journal für Psychologie erschienen: „Qualitative Psychotherapieforschung“

Die neue Ausgabe des Journal für Psychologie ist da!

Themenheft 2/2015: „Qualitative Psychotherapieforschung“

Die von Thomas Slunecko, Aglaja Przyborski und Jörg Frommer herausgegebene Ausgabe versammelt Beiträge zum Thema „Qualitative Psychotherapieforschung – eine Standortbestimmung“. Die Herausgebenden hatten zu Darstellungen von aktuellen Forschungsarbeiten zur Psychotherapie eingeladen, die auf qualitativen Methoden in ›their own right‹ beruhen, also solchen, die nicht bloß quantitativer Forschung vor- oder zuarbeiten und dabei innerhalb letztlich einer deduktiv-nomologischen Forschungslogik verbleiben. Das vorliegende Heft bietet ein Forum, um die Leistungen und das Potenzial solcher Forschung sichtbar zu machen.

Die Ausgabe ist Open Access abrufbar unter
–> http://www.journal-fuer-psychologie.de/
(direkt-URL: http://journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/issue/view/47)

Zwei Veranstaltungen im Dezember

Wir möchten Sie gerne auf zwei Veranstaltungen im Dezember hinweisen.

Die eine nimmt das Thema des letzten NGfP-Kongresses auf:

Psychoanalytischer Salon Hamburg

Warum Krieg?

Was treibt Menschen dazu, begeistert in den Krieg zu ziehen?

am 8.12.15 im Golem, Große Elbstraße 14

Näheres hier: http://www.dpg-institut-hamburg.de/images/bilder/salonplakat.pdf


 

Die andere nimmt das Thema des nächsten NGfP-Kongresses auf:

Angesichts der derzeitigen Voelkerwanderung und vor allem
angesichts einer unfaehigen bis boeswilligen Politik lade ich ein zu
einem Abend im EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80, Muenchen,
Donnerstag, 17.Dezember 2015, 20.00 Uhr unter dem Titel:

IST ANDALUSIEN DIE ANTWORT?
Fuer alle die wollen, dass der Zuzug der Fluechtlinge zum Erfolg wird

Das mittelalterliche Andalusien:
Heimstatt der Toleranz.
Heimstaette dreier Kulturen und dreier Religionen.
Die erste Hochkultur des Mittelalters auf europaeischem Boden.
Wiege der abendlaendischen Zivilisation und Vernunftphilosophie.

Auf welchen Prinzipien gruendete sich die ueber 700-jaehrige Erfolgs-
geschichte von al-Andalus? Was ist Mythos? Wie war die Realitaet?
Koennen wir unsere jetzige Situation mit der damaligen vergleichen?
Was machen wir richtig? Was machen wir – im Licht des historischen
Vorbilds – moeglicherweise falsch?

Ein Abend mit der Psychotherapeutin Michaela M. Mueller
(Schwerpunktpraxis für Migranten),
dem Anthropologen Cluse Krings,
Biograph des ersten Emirs von Andalusien
(DIE VIER SPIEGEL DES EMIRS VON CORDOBA)
und dem aegyptischen Multi-Instrumentalisten Nasser Kilada.

Eintritt frei

Weitere Informationen unter:
http://www.cordoba-emir.info/Lesungen.htm
http://www.einewelthaus.de/events/ist-andalusien-die-antwort/

Der Terror – ein etwas anderer Blick

Unser Mitglied Dr. Günter Rexilius wirft einen etwas anderen Blick auf das aktuelle Thema Terror, den wir Ihnen zur Lektüre empfehlen:

*Pawlow in Paris *

*oder: Sprengstoff in unseren Köpfen*

Von Günter Rexilius

(Hier als Word-Dokument: Rexilius.PawlowinParis.doc)

Der Terror. Welcher Terror? Jede einfache Antwort auf diese Frage macht ihn
gefährlicher. Sie ernsthaft zu beantworten bedeutet, danach zu fragen, was
wir mit ihm zu tun haben. Wenn wir ehrlich uns selbst gegenüber sind,
reichen ein paar Sätze oder Absätze nicht aus, unseren Anteil ins wache
Denken und Fühlen zu holen. Die folgenden Überlegungen versuchen eine
historisch-psychologische Annäherung.

*Die Notwendigkeit*

Wir wollen nicht um Menschen weinen, nicht um die uns nächsten und auch
nicht um andere. Wir wollen nicht trauern um Menschen, die der Gewalt
anderer Menschen zum Opfer fallen. Wir wollen nicht voller Schmerz am Grab
derer stehen, die menschliche Grausamkeit mitten aus ihrem Leben gerissen
hat. Wir wollen das nicht, niemand will das, nirgendwo auf der Welt.

Weil diese Gefühle und dieses Wollen uns mit den meisten Menschen verbinden,
sollten die Pariser Anschläge uns innehalten lassen. Wir sollten nachdenken,
also das tun, was uns von allen, die sich der Gewalt bedienen, trennt:
unsere humanen Fähigkeiten nutzen, also unsere Klugheit und unsere Empathie.
Die brisanten Sprengsätze der verbalen Scharfmacher, die uns nun wieder
suggerieren wollen, es gäbe etwas gemeinsam zu verteidigen und wir seien
alle bedroht und potenzielle unschuldige Opfer, können am wirksamsten
wissend und wachsam entschärft werden. Auf diese Weise tragen wir dazu bei,
die Orientierung nicht zu verlieren und unsere Hoffnung nicht aufzugeben,
menschengemachte Leidensströme könnten eingedämmt, vielleicht sogar beendet
werden.

Hoffen lassen, so absurd der Gedanke im ersten Moment erscheinen mag, die
Attentäter -um die auch geweint werden darf, weil sie ihre jungen Leben
einer Idee oder einem Ziel geopfert haben, die uns so sinn- und haltlos
erscheinen -. Sie haben nicht nur sich und Dutzende zufällig Anwesende in
den Tod gerissen, sondern auch uns eine Botschaft ins Bewusstsein gerammt:
Die Notwendigkeit eines epochalen Wandels ernst zu nehmen, die Not, die uns
und vielen Anderen weltweit in der Seele brennt, jetzt zu wenden.

Jetzt heißt: nicht morgen, nicht in einigen Monaten oder Jahren, sondern
sofort. Wenn wir die Dynamik der Gewalt nicht stoppen, könnten nicht
Luft- und Wasserverschmutzung, Pestizide und Antibiotika in der Nahrung und
noch Hunderttausende Jahre strahlender hochgiftiger Atommüll die Erde, auf
der wir leben, zu einem unwirtlichen Planeten werden lassen, sondern die
gnadenlose Sprache von Bomben, Granaten, Maschinenpistolen und Drohnen
könnte den Aufenthalt in vielen Regionen zu einem Horror voller Angst
machen. /Unsere/ Sprache aber sollte sich zu den Hintergründen vordergründig
unbegreiflicher Gewalttaten äußern. Um sie und ihre Geschichte zu verstehen,
müssen wir unseren Blick zurück richten, zu den Quellen der aktuellen Wirbel
im Fluss der Ereignisse.

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Aus dem Abseits – Ein Film über Peter Brückner

Klaus-Jürgen Bruder hat für die Rationalgalerie den Film über Peter Brückner

Aus dem Abseits

im Zuge seines Artikels mit dem Untertitel „Die Suche des Sohnes nach dem verlorenen Vater“ kommentiert.

Ein Auszug daraus:
„Wer ist Peter Brückner? Peter Brückner, das war der Professor für Psychologie in Hannover, der zweimal vom Dienst suspendiert wurde. Brückner war keineswegs, wie es gleich zu Anfang des Films behauptet wird: der „Vater“ der antiautoritären Bewegung, nicht der Stichwortgeber oder Rädelsführer. Er war Teil von ihr, aber war als viel Älterer (geb. 1922) selbst kein 68er, er gehörte dazu und fühlte sich dazu gehörig, begeistert, aber hielt er es bei ihnen nicht lange aus, wie er auf dem Tunix-Kongress (Ende Januar 1978 in Berlin) gesagt hatte.
Ein bißchen vergessen ist er heute. Er soll wieder erinnert werden, wird wieder aufgesucht. 2012 richtete die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ in Berlin zum 30. Todestag Peter Brückners einen Kongress aus mit dem Titel „Sozialpsychologie des Kapitalismus – heute. Zur Aktualität Peter Brückners“. Und dort hat sein letzter Sohn Simon den Plan entwickelt, seine Erkundungen auf den Spuren seines Vaters zu einem Film zu verarbeiten. So ist der Film der Versuch, mit Brückner auch die 68er wieder in Erinnerung zu bringen und zugleich die persönliche Suche nach dem verlorenen Vater, den dieser Sohn nie bewusst erlebt hat, denn dieser ist bereits gestorben, als der Sohn erst 4 Jahre alt war.“

Der ganze Text unter: http://www.rationalgalerie.de/kritik/aus-dem-abseits.html

Oder als pdf: KJB.2015.Aus dem Abseits.pdf