Impression de déjà-vu!

Wir möchten hier auf einen Leserbrief an die Nachdenkseiten zum Artikel „Die richtigen Antworten auf „Berlin““ vom 20.12.2016 von Jens Berger aufmerksam machen:

„Impression de déjà-vu!

Nach jedem Terroranschlag, egal, ob dieser Anschlag in Berlin, Paris oder Brüssel verübt wurde, und egal, ob der Täter ein Syrer, eine Nordafrikaner, ein Afghane oder einen „Pole“ ist, hört man immer bloß die gleiche klassische Symphonie: „Flüchtlinge“, „Muslime“, „Araber“, „Terrorismus“, „Abendland“, „westliche Werte“, „Islamisierung“.
Nun gut. Hier werde und will ich mich nicht näher mit diesen Begriffen und Phrasen auseinandersetzen, denn erstens ist mir völlig klar, dass wir sehr genau wissen, was man damit ausdrücken will (besonders die Trump Fans, die Anhänger der AFD in Deutschland und der Front National in Frankreich!), aber vor allem weil wir schon die Nasse voll haben, diesen Unfug immer wieder zu hören und es reine Zeitverschwendung ist, diese hier noch mal zu formulieren.
Meine Antwort gegen diese Vorwürfe wird immer nur lauten:
Wer ist 2001 in Afghanistan einmarschiert hat und das Land völlig zerstört? Und warum?
Wer hat Die Republik Irak im 2003 erobert und hunderttausende von Zivilisten massakriert? Und warum?
Wer hat Libyen 2011 bombardiert und einen „failed state“ etabliert? Und warum?
Wer hat die Lage in Syrien destabilisiert und versucht immer noch die Situation dort weiter zu verschärfen? Und warum?
Wer unterstützt die täglichen, brutalen und primitiven Bombardierungen gegen das jemenitische Volk? Und warum?
Ich glaube… nein ich bin mir sicher … dass eine Antwort auf diese 
Fragen eine sehr deutliche und ausreichende Erklärung für unserer heutigen kritische Situation und die weltweit herrschende Instabilität liefert.
Kurzum: Ich möchte angesichts der barbarischen Ereignisse in Berlin mein tiefempfundenes Beileid und meine Solidarität aussprechen. Man darf aber auch niemals vergessen, dass wir genau so wie Ihr auch Opfer dieses Krieges sind und vor allem, dass wir mit unserem Blut täglich eine sehr hohe Rechnung dieses dreckigen Interessenkonflikt bezahlen.
( Unser Mitleid und Mitgefühl aller Opfer des verräterischen Terrorismus) الرحمة ثم كل الرحمة لكل ضحايا الإرهاب الغادر من المحيط الى الخليج.
( von Syrien über Tunesien bis Deutschland ) من سورية المنكوبة مرورا بتونس المفجوعة وصولا لألمانيا الملكومة! – Walid R.“

Zu finden unter: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36350

JOURNAL FÜR PSYCHOLOGIE, Jg. 24 (2016), Ausgabe 2: PsychologInnen prekär

hrsg. von Andrea Birbaumer & Peter Mattes

Prekäre Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse sind für Psychologinnen und Psychologen so verbreitet, dass es kaum mehr zu einer Problematisierung kommt. Zumal die materielle Seite, der ökonomische Zuschnitt, eine Berufsgruppe trifft, die gegenüber den meisten der von ihrer Arbeit Betroffenen strukturell und sozial ziemlich privilegiert ist, woraus sich allzu eilfertiges Klagen aus ethischen Gründen verbietet oder zumindest einer berechtigten Peinlichkeit anheimfallen würde. Jedoch erschöpfen sich diese Verhältnisse nicht im Blicken auf diese ihre Oberfläche: Analysiert und kontextualisiert zeigen sich Problematiken, die nicht nur fragwürdige Dilemmata einer Profession darstellen, sondern hinaus weisen auf die Konstitution grundlegender subjektiver, diskursiver und gesellschaftlicher Gegebenheiten, die grundsätzlicher in Frage zu stellen wären.

Dies versuchen die Beiträge in dieser Ausgabe des Journal für Psychologie, die überwiegend entstanden sind nach einer Tagung zum 30 jährigen Bestehen der österreichischen Berufsvertretung für PsychologInnen, Gesellschaft kritischer Psychologen und Psychologinnen (GkPP) im Herbst 2015.

Die Ausgabe ist Open Access abrufbar unter

https://www.journal-fuer-psychologie.de/

[Direkt-Link: https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/issue/view/49]

Zu den Artikeln von Heiner Keup, Athanasios Marvakis, Sofia Triliva, Christos Tourtouras, Tom David Uhlig, Lisa Hopfgartner, Christian Seubert, Jürgen Glaser, Romeo Bissuti, Daniel Sanin und Hannes Fricke…

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