Können Marginalisierte (Wieder)sprechen?: Zum politischen Potenzial der Sozialwissenschaften

Soeben ist der Band „Können Marginalisierte (wieder)sprechen: Zum politischen Potenzial der Sozialwissenschaften“ erschienen.

Können Marginalisierte (wi(e)der)sprechen?

Ausgehend von Formen der Marginalisierung und Ausgrenzung begibt sich dieser Band auf die Suche nach Möglichkeiten politischer Transformation durch wissenschaftliches Handeln: Können Marginalisierte (wieder)sprechen? Welches emanzipatorische Potenzial bergen die Sozialwissenschaften? Inwiefern können unterschiedliche Ansätze in einen mitunter kontroversen Dialog treten? Bei der Beantwortung dieser Fragen bilden insbesondere die sozialwissenschaftlichen Methoden, die Forschungspraxis, die Rolle der Massenmedien sowie die Bedeutung des Narrativ-Fiktionalen Schwerpunkte des Buches. Die Frage nach Möglichkeiten einer politischen, politisierten und somit sozial handlungsfähigen Wissenschaftspraxis wird explizit gestellt. Die entwickelten Ansätze stehen nicht lediglich nebeneinander, sondern werden kontrovers diskutiert. Mit Beiträgen von Molly Andrews, Klaus-Jürgen Bruder, Niklas Chimirri, Carmen Dege, Martin Dege, Till Grallert, Sebastian Köhler, Maria Medved, Adrian Mengay, Stefan Müller, Sebastian Neubauer, Peter C. Pohl, Julia Prager, Katrin Reimer, Thomas Viola Rieske, Dorothee Roer, Catharina Schmalstieg, Lars Schmitt, Stephanie Sinclair, André Steiner, Peter Ullrich, Christoph Vandreier, Mario Vötsch und Karen Wagels

Herausgegeben von Martin Dege, Till Grallert, Carmen Dege und Niklas Chimirri

kritik – macht – handlungsfähigkeit. 7. Ferienuniversität Kritische Psychologie

kritik – macht – handlungsfähigkeit. 7. Ferienuniversität Kritische Psychologie
Ort: Freie Universität Berlin,
24.-28. August 2010

Ferienuniversität Kritische Psychologie bedeutet 5 Tage Ferien, um sich Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu nehmen: Nachdenken, Diskutieren, Lesen, Streiten für ein besseres Leben und Ausspannen.

Wir wollen Entwicklungsmöglichkeiten und -behinderungen von Menschen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verhältnissen analysieren und die Überwindbarkeit von Beschränkungen denkbar machen. Perspektive ist „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein Verächtliches Wesen ist“ (Marx).

Über Einführungsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Workshops, Vorträge und Vernetzungstreffen sollen Möglichkeiten zur Aneignung und Weiterentwicklung der Kritischen Psychologie gegeben werden.

Das Programm findet ihr im Anhang oder unter:
http://www.ferienuni.de/programm-alle-tage/

Die Ferienuni wird veranstaltet von der Fachschaftsinitiative (FSI) Psychologie (FU, Berlin), dem AStA FU (Berlin), der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GsFP), Assoziation Kritische Psychologie, Kritische Psychologie Trier, Kritische Psychologie Marburg und dem AStA der Karl-Marx-Universität Trier.

Die Teilnahme und Kinderbetreuung sind kostenlos. Anmeldungen unter:
www.ferienuni.de/zur-ferienuni-anmelden/

Außerdem brauchen wir noch jede Menge Unterstützung.
Wer Lust hat, während der Ferienuni mitanzupacken, kann sich sehr gerne melden unter:
http://www.ferienuni.de/unterstuetzen-und-spenden/

Das Programm als pdf

The Impact of Barrier on Health

The current update summarises the main findings of this research, while outlining developments since the last Barrier report, issued in July 2009. This year, in conjunction with the World Health Organization (WHO), the update focuses on the impact of the Barrier on health, in particular patient and staff access to the specialized medical facilities only available in East Jerusalem.

more information at www.ochaopt.org

The Impact of Barrier on Health

In ihrem Bericht July 2010 beschreiben die Weltgesundheitsbehörde (WHO) und das UN-Büro für die Koordination der Humanitären Hilfe (OCHA) die Folgen des Mauerbaus für die Palästinenser. Um Krankenhäuser in Ostjerusalem, die einzigen in der Region, zu erreichen sei immer eine Genehmigung Israels erforderlich. Krankenwagen aus der Westbank müßten an den Kontrollposten lange warten, Palästinenser dürften mit eigenen Fahrzeugen nicht passieren, so daß die Kranken auf die andere Seite der Mauer laufen müßten.

The Impact of Barrier on Health | July 2010
The current update summarises the main findings of this research, while outlining developments since the last Barrier report, issued in July 2009. This year, in conjunction with the World Health Organization (WHO), the update focuses on the impact of the Barrier on health, in particular patient and staff access to the specialized medical facilities only available in East Jerusalem.
www.ochaopt.org

Vor allem Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren erhielten kaum die Genehmigung, die Mauer zu passieren. Auch würde es Eltern oft nicht erlaubt, kranke Kinder zu begleiten. Besonders schwierig sei es für Bewohner von Dörfern, die von der Mauer eingekesselt wären. Sollte dort nachts ein Notfall auftreten, müßte der Krankentransport mit den israelischen Behörden koordiniert werden. Als Grund für die »Maßnahmen« nennt Israel »Sicherheitsbedenken«, 84 Prozent der Antragsteller erhielten auch eine Genehmigung.

Die UN weisen daraufhin, daß die Mauer den Grund und Boden von palästinensischen Bauern abriegelt, der zwischen der Mauer und der Waffenstillstandslinie 1949 (Grüne Linie) liege. Um ihre Felder und Olivenhaine bearbeiten zu können, bräuchten die Bauern eine Genehmigung und müßten vor dem Schließen der Tore zurück sein. Als »Erleichterung« plant Israel, so der Bericht, offenbar die Entwicklung einer elektronischen Karte, mit der die Bauern ihre Felder erreichen können.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat bezeichnete die Mauer am Donnerstag als Ausdruck eines »Kolonialismus des 21. Jahrhunderts« und einen »als Sicherheitsmaßnahme verdeckten Landraub«. Vor allem freitags kommt es entlang des Bauwerks zu gewaltlosen Protesten, die von israelischen und ausländischen Aktivisten der Kampagne »Stoppt die Mauer« unterstützt werden. Israel kriminalisiert diese Proteste durch nächtliche Razzien und Festnahmen der Aktivisten. Im Februar 2010 erklärte das israelische Militär die Ortschaften Bil’in und Ni’lin, wo die Proteste besonders gut organisiert waren, jeden Freitag zwischen 8 und 20 Uhr zu militärischen Sperrzonen.