Macht – Kontrolle – Evidenz

2011.ngfp.de

Psychologische Praxis und Theorie in den gesellschaftlichen Veränderungen

Tagung der Neuen Gesellschaft für Psychologie
4. und 5. März 2011 in Berlin

Wir erbitten Zusendungen von Beitragsskizzen (ca. 300 Worte) bis zum 1. September 2010 an abstracts@2011.ngfp.de



Wir erbitten Zusendungen von Beitragsskizzen (ca. 300 Worte) bis zum 1. September 2010 an abstracts@2011.ngfp.de


| Macht | Kontrolle | Evidenz |

| Evidenz | Macht | Kontrolle |

| Kontrolle | Evidenz | Macht |

Psychologische Praxis und Theorie in den gesellschaftlichen Veränderungen

A1
Zunehmende Armut, aufgrund von Arbeitslosigkeit, prekären Beschäftigungsverhältnissen, bei gleichzeitig sich vergrößernder Kluft zwischen Arm und Reich, zunehmende Unsicherheit der Lebensperspektive für einen immer größer werdenden Kreis der Bevölkerung, immer weiter eingeschränkte Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, die einen Verlust an Demokratie und Partizipation bedeutet, Veränderung der Zugangswege zu interessanteren und besser bezahlten Berufen, die für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung einer Verringerung der Chancen gleichkommt, solche Berufspositionen zu erreichen, Veränderung der Berufe selbst, Zunahme der Belastung, Abnahme der selbst erfüllenden Anteile, Veränderungen in der Arbeitsteilung der Geschlechter, überwiegend zulasten der Frauen, Zurückschrauben emanzipativer Perspektiven und Handlungsräume, Veränderungen im Bildungsbereich, Ausbildung, Erziehung, Verringerung der Zugangschancen für wachsende Bevölkerungsteile, Veränderungen der Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik, Familienpolitik, Altersarmut, Intergenerationenbeziehungen, Migration und Integration, zunehmende Militarisierung des Lebens, permanente Kriegsdrohung, bzw. Ausweitung der Bedrohung durch die Kriege überall, usw.

A2
Diese gesellschaftlichen Veränderungen wirken sich zugleich auf
die Arbeit der Psychologen aus, stellen eine Herausforderung für die praktisch arbeitenden Psychologen dar,
sie schlagen sich in der Zunahme psychischer Problemlagen und nicht mehr zu bewältigender Störungen der psychischen Selbstregulation nieder.

B1
Zugleich handelt es sich bei den genannten Veränderungen nicht um die Auswirkung und Folgen bloßer – vielleicht notwendiger – Umstellungsprozesse, an die „der Mensch“ sich vielleicht anpassen“ müsste, vielmehr sind diese Veränderungen „politischhergestellt.
Die „Verarmung“ des Staates ist nicht die Folge einer nachlassenden Wirtschaftskraft, sondern der Senkung der staatlichen Einnahmen durch Senkung der Besteuerung der wirtschaftlichen Erträge.
Und: die Verarmung trifft nicht alle Teile der Bevölkerung gleichmäßig, sondern wird ungleich verteilt. Und diese Verarmung wird weiter gesteigert, indem nach demselben Mechanismus die ärmeren Bevölkerungsteile die „Löcher“ im Staatshaushalt wieder zu füllen herangezogen werden.

B2
Welche Rolle übernimmt die Psychologie in dieser Lage,
Welches Menschenbild entsteht in dieser Zeit, wird propagiert,
welche Strukturen werden gefördert und Kompetenzen gefordert?

C1
Die Menschen, die in die bedrohlichen Zonen der Veränderung geraten, sind überfordert und zugleich allein gelassen – nicht nur, sondern zusätzlich belastet durch Stigmatisierung und Schuldzuweisung.
Das neue Menschenbild der neoliberalen Steigerung der Ungleichverteilung überträgt ihnen die Verantwortung für das, was die gesellschaftlichen Veränderungen ihnen zumuten, abverlangen.

D1
Und: welche Feindbilder werden als negative Gegenidentifikation angeboten, den Enttäuschten und Gedemütigten vorgeworfen: durch die Medien, durch die Politik selbst, durch die Ökonomie und die Militarisierung und Verrohung des Alltags.

C2 + D2
Wie verhält sich die Psychologie zu diesen Veränderungen, Entwicklungen und Folgen. Nimmt sie diese überhaupt wahr, ist sie in der Lage, Antworten zu geben oder auch nur erst zu suchen, die diesen Bedrohungen und Realitäten einigermaßen gewachsen sind. in welchen Widersprüchen befinden sich die praktisch arbeitenden Psychologinnen und Psychologen. Sind die psychologischen Einrichtungen, Institutionen, Arbeitsmittel, Aufgabenstellung, Arbeitsplatzbeschreibungen in der Lage, offen genug, solche notwendigen Antworten zu finden (oder schränken sie die Möglichkeit eher ein), welche Alternativen zur bisherigen Praxis, Haltung, Arbeit der Psychologie gibt es, sind zu entwickeln und durchsetzbar, können kritische Haltungen in der Praxis bewahrt, vertreten werden, kritische Inhalte umgesetzt werden.

Die Tagung wendet sich an praktisch arbeitende Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern, an Mitglieder unterschiedlicher Berufsgruppen der psychosozialen Arbeit, an Studierende, Forschende und Lehrende der Psychologie und ihrer Nachbardisziplinen, sowie an Ausbildungskandidatinnen und Ausbildungskandidaten.

Wir erbitten Zusendungen von Beitragsskizzen (ca. 300 Worte) bis zum 1. September 2010 an abstracts@2011.ngfp.de

NGfP und Journal für Psychologie nehmen an DFG Workshop in Bonn teil

Die Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP) und das Journal für Psychologie (JfP) nahmen am 13. Mai 2009 am Workshop „Best Practices in Journal Transition“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn teil. Günter Mey, Vorstandsmitglied der NGfP, und Paul Sebastian Ruppel aus dem HerausgeberInnenkreis des JfP stellten in diesem Rahmen die Unterstützung des Open Access Gedankens (freier Zugang zu wissenschaftlichem Wissen) durch die NGfP dar, sowie die Umstellung des JfP von einer Print- zu einer elektronischen Open Access Zeitschrift. Es entstand ein bereichernder Austausch zwischen europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die den Weg „Open Access“ bereits gegangen sind oder ihn für die Zukunft planen. Die DFG wird voraussichtlich die Beiträge der NGfP/des JfP und die der anderen WorkshopteilnehmerInnen frei zugänglich machen.
Die NGfP und das JfP danken der DFG für die Einladung und den WorkshopteilnehmerInnen für die anregenden Diskussionen.

Vortrag “Law and the Incest Taboo: The Mother and the Father in the Imaginary Complex of the Sexual Abuse of Children”

Die NGfP lädt zu einem Gastvortrag von John Borneman (Princeton University) mit dem Titel Law and the Incest Taboo: The Mother and the Father in the Imaginary Complex of the Sexual Abuse of Children.

Ankündigung

Anthropological theorizing of incest reached an impasse when it arrived at the conclusion that the social significance of incest was its taboo. Elided in this formulation is the question of the regulation of sex, and the social-psychology of the transgression and enforcement of the incest taboo. In the contemporary Western world, incest has been subsumed under the more general category of child sexual abuse, and the problem of regulating intimacy between adult men and children. In response to the threat of child abuse, paternal authority and masculinity generally is being refigured. Based on ethnographic research on the therapeutic treatment and legal rectification for such abuse in Berlin, this paper focuses on the changed relation of the incest taboo to the father, the mother, and the authority of law. (mehr …)

Jour Fixe: Forschungs- und Praxisprojekte gegen Antisemitismus

Organisiert wird dieser Jour Fixe der AG PolPsy von Prof. Dr. Wolfram Stender von der Fachhochschule Hannover (FHH). Berichte aus drei qualitativ angelegten Forschungsprojekten zum Thema aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus (insb. bei Jugendlichen) und
Konsequenzen für die politische Bildungsarbeit sollen vorgestellt
werden. Über ihre Forschungen referieren werden Heike Radvan (FU
Berlin/Amadeu Antonio Stiftung) und Barbara Schäuble (Pädag.
Hochschule Freiburg). Zudem werden Zwischenergebnisse aus dem
FHH-Forschungsprojekt „Antisemitismus bei Jugendlichen im Kontext von
Migration und sozialer Exklusion” vorgestellt.

Der Jour fixe wird am 20. Juni von 10 – 17 Uhr in den Räumen des Institutes für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover (Im Moore 21, 30167 Hannover; Raum A 310) stattfinden.

CfP: Politische Psychologie heute?

Call for Papers zur Tagung der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie an der Leibniz Universität Hannover vom 4. bis 6. Dezember 2009.
Deadline für Beitragsvorschläge: 30. Juni 2009

Der Herrschafts- und Gewaltcharakter gesellschaftspolitisch brisanter Phänomene wie z.B. Antisemitismus, Rechtsextremismus und Jugendgewalt sind ohne eine Analyse auch ihrer unbewussten Dynamiken nicht zu verstehen. Diese zu erforschen und damit “den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität” (Adorno) an der Schnittstelle zwischen kritischer Gesellschaftstheorie und psychoanalytischer Subjekttheorie nachzuspüren gehört seit ihren Anfängen zu den zentralen Aufgabender Analytischen Sozialpsychologie und der psychoanalytisch orientierten Politischen Psychologie. In den letzten Jahren wird sie allerdings, wie andere kritische Wissenschaften auch, an den wenigen Orten, an denen sie noch institutionell verankert ist, immer mehr als “veraltet” und “nicht anschlussfähig” gebrandmarkt und an den Hochschulen wegrationalisiert.
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Vortrag “Agenturarbeit im ständigen Widerspruch zwischen Tun-Dürfen und Tun-Müssen”

Die NGfP lädt zu einem Gastvortrag mit dem Titel Agenturarbeit im ständigen Widerspruch zwischen Tun-Dürfen und Tun-Müssen.

Ankündigung

Die Arbeit in einer Agentur für Public Relations lebt von ihren strukturellen Widersprüchen: Anreiz und Zwang, Anerkennung und Neid, freier Raum und Hierarchie, Transparenz und Verschleierung. Das tragende Prinzip ist dabei die Uneindeutigkeit: Niemand scheint genau zu wissen, welches Rädchen wo greifen muss, aber irgendwie scheint es zu funktionieren. Die Projekte sind meist interessant und erfüllend, die sozialen Beziehungen meist freundschaftlich und offen geführt. Und dennoch ist ungewiss, wie viel mehr der Andere verdient und wie ungemein spannender seine Arbeit derzeit ist.
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NGfP begründet Kooperation mit AG PolPsy

Die NGfP freut sich über die Kooperation mit der AG PolPsy.

Die Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie in Hannover knüpft an die Traditionslinien sowie neuere Ansätze der Politischen Psychologie an, die unter aktuellen theoretischen und methodischen Prämissen weiterentwickelt und in neue Arbeitsfelder eingebracht werden. Das Spezifikum an der Leibniz Universität bestand und besteht dabei in der Integration der Psychoanalyse als kritischer Subjekttheorie in die Analyse von Politik, Geschichte und Gesellschaft.

Mehr Informationen zur Arbeitsgruppe finden Sie unter www.ngfp.de/kooperationen sowie unter www.agpolpsy.de.

Giù Le Mani Dai Bambini – Hände weg von den Kindern!

371 Wissenschaftler, Psychiater, Psychotherapeuten, Professoren, Ärzte und 125 Institutionen mit über 220 000 Mitglieder nehmen Stellung: ADHS ist KEINE Krankheit.

Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum hat sich in Italien unter Fachkräften eine breite Bewegung formiert, die im ADHS KEINE genetisch bedingte, biologisch zu erklärende Krankheit sieht und sich dementsprechend von einer die Kinder vereinehmenden Medikation distanziert. Sie plädiert für eine Ethik, die sich für eine psychopharmakologische Unversehrtheit der Kinder einsetzt und als therapeutischen Bezugsrahmen der klinischen Pädagogik bzw. Psychotherapie den Vorzug gibt. Mit dieser Erklärung wird eine Umkehr im Denken sichtbar, in dem der biologistischen Reduzierung kindlichen Verhaltes das Lernen und das Werden des Kindes gegenübergestellt wird.

Weitere Informationen finden Sie unter:
ADHS: Italienische Konsenserklärung
sowie:
http://www.adhs-schweiz.ch/

Journal für Psychologie 1/2009 erschienen

Das Schwerpunktthema der Ausgabe 1/2009 lautet “Professionalisierung von Beratung”; die Ausgabe wurde von H.-Jürgen Seel editiert und enthält insgesamt vier Artikel zum Themenschwerpunkt sowie zwei Einzelbeiträge, von denen einer auch ein Themenfeld von Beratung anspricht, während der andere die Diskussion zum Thema des Vorgängerhefts “Das Comeback der Religionspsychologie” weiterführt.

zum Heft

Journal für Psychologie: CfP zum Thema “Reisen”

Für das Heft 1/2010 des Journal für Psychologie ist ein Call for Papers erschienen.

Das Themenheft soll sich mit der Spezifik von Reiseerleben aus der Perspektive einer sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlich orientierten Psychologie befassen. Dieser Schwerpunkt soll helfen, Erfahrungsaspekte des Reisens hervorzuheben, die bei der Analyse von Reiseverhalten meist unterbeleuchtet bleiben.

zum Call for Papers

Abstracts bzw. Beitragsskizzen werden bis zum 30. April 2009 erbeten