An die protestierenden Studierenden der Freien Universität Berlin

Wir unterstützen Ihren Protest gegen die voranschreitende, von den Verantwortlichen weltweit vorangetriebene Ökonomisierung von Bildung. Die Floskel: „Europa solle zum »wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt« werden, verschweigt, für wen dieser Wirtschaftsraum hergerichtet werden soll und wer von ihm profitieren soll.
Deshalb wird auch verschwiegen, welches Verständnis von „Wissenschaft“ und von „Bildung“ dafür gefördert werden soll. Verschwiegen wird, weshalb Bildung auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit reduziert und nur noch als Dienstleistung konzipiert werden soll. Vollkommen zu Recht fordern Sie, die protestierenden Studenten und
Studentinnen, Schülerinnen und Schüler deshalb eine Bildung ein, die statt dessen zu kritischem Urteilen befähigt. Das kann nur eine demokratisch organisierte Bildung sein, bei der alle an Lehre, Unterricht und Forschung Beteiligte nicht nur über das „Ob“, sondern ebenso über das „Wie“ und das „Was“ des Lernens entscheiden, wie auch über das „Für wen“ und „zu welchem Ziel“. (mehr …)

Veränderte Subjekte – Subjekte der Veränderung Subjekte, Subjektivität und Subjekttheorien in der Krise

Tagung von Loccumer Initiative und Helle Panke e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin,

Veranstaltungsort: Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Im Zentrum der Tagung stehen Subjekte und kritische, emanzipatorische Konzeptionen von Subjektivität: Welche Anforderungen werden in den sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnissen an die Subjekte formuliert, wie werden sie vermittelt und umkämpft, welche Widerstandspotenziale bieten sie und wie wandeln sie sich in der Krise (des Neoliberalismus)? Wie lässt sich das Verhältnis von Individuen und Gesellschaft theoretisch fassen, ohne die Subjekte unter der Hand zu bloßen Effekten von ökonomischen Prozessen und Herrschaftstechniken werden zu lassen? Welche Verschiebungen lassen sich im traditionellen Mainstream der Individualwissenschaften rekonstruieren?
Die Struktur der Tagung ist nach Panels organisiert und soll die Möglichkeit gemeinsamer Diskussionen fördern. (mehr …)

Rückkehr der Gesellschaftstheorie. Kritische Sozialforschung im Widerstreit

Es gibt wieder ein Interesse an Gesellschaftstheorie. Aussagen über bestimmte Segmente, Gruppen oder Populationen reichen nicht mehr. Der Blick richtet sich auf durch neue Paradoxien und veränderte Unsicherheiten geprägte uneinheitliche Zusammenhänge: Gesellschaft. Sie gilt es neu zu entdecken.
Wie ist Gesellschaft heute zu begreifen? Pathologien der kapitalistischen Entwicklung erzeugen neue Risiken; Phänomene der Entgrenzung unterlaufen die gesellschaftliche Differenzierung; Pluralisierung wird überlagert durch Spaltung und Ausschluss. Der skeptische Gestus einer Soziologie, die den Rekurs auf die Kategorie der Gesellschaft verweigert, läuft gerade angesichts der globalen Wirtschaftskrise ins Leere. Empörungsverstärkung und Verdachtsbestätigung reichen nicht aus, erforderlich sind vielmehr Analysen, die Auskunft geben über gewandelte Mechanismen und Medien sozialer Integration, über neue Formen sozialer Strukturierung, erwartbare Polarisierungseffekte und veränderte Herrschaftskonstellationen.
Eine Theorie der Gesellschaft, die ihren Namen verdient, lässt sich weder durch einen von außen herangetragenen Maßstab gewinnen, noch kann sie auf begriffliche Abstraktionen verzichten. Nur durch die Konzentration aufs Einzelne und das experimentelle Austesten konkurrierender Interpretationen kann die Reflexion aufs Ganze gelingen.
Dies ist der Ausgangspunkt der Konferenz des Frankfurter und des Hamburger Instituts für Sozialforschung sowie des Münchner Sonderforschungsbereichs Reflexive Modernisierung. Durchaus im Widerstreit fragt sie nach zeitdiagnostischen Leitbegriffen, methodischen Ansätzen und normativen Perspektiven einer kritischen Sozialforschung, die an dem Anspruch festhält, ihre Zeit in Begriffe zu fassen. (mehr …)

Call for Papers der The European Society of the History of Human Sciences

Papers, posters, symposia, or workshops may deal with any aspect of the history of the behavioral, human, and social sciences or with related historiographic and methodological issues. Submissions must be received by April 1st 2010, and must be sent electronically as an attachment in MSWord (.doc) or .rtf format to all three members of the program committee:

Zsuzsanna Vajda: vajdazsuzsanna@gmail.com
Jaap Bos: j.c.bos@uu.nl
Jannes Eshuis: jannes.eshuis@ou.nl

Papers: Submit a 700-800 word abstract plus short bibliography. The program committee welcomes original papers, i.e. not previously presented at other conferences or published.

Posters: Submit a 300 – 400 word abstract.

Symposia: Submit a 300-word abstract describing the symposium as a whole, and a 500-700 word abstract plus short bibliography from each of the participants.

Keynote speakers will be: Trudy Dehue (University of Groningen), Johan Heilbron (CSE, Paris and Erasmus University, Rotterdam), Douwe Draaisma (University of Groningen)

mehr Informationen unter http://www.eshs.org/

Eingreifendes Denken. Kritische Psychologie und politische Praxis

Veranstaltungsreihe zur Kritischen Psychologie

Die Bedingungen für wissenschaftliche Analysen und die Kritik gesellschaftlicher Veränderungen aus der Perspektive emanzipatorischer Bewegungen werden zunehmend reduziert. Der Bedarf an fundierten Analysen und Reflexion ist nach wie vor unerlässlich für eine politische Praxis, die gesamtgesellschaftliche Veränderung erkämpfen will. Das Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es aktuelle Diskussionen und Fragestellungen zu den Themen kritische Bildung, Gewerkschaften, Geschlechterverhältnissen und Antirassismus aufzugreifen, um die Aktualität und Bedeutung kritisch-psychologischer Analysen für emanzipatorische Perspektiven zu diskutieren. Hierzu zählt nicht zuletzt die Frage, wie sich Herrschaftsverhältnisse als Handlungsbehinderungen in den Lebensbedingungen der Einzelnen konkretisieren und wo Möglichkeiten zu deren Überwindung liegen könnten. Wo es um menschliches Handeln in unmenschlichen Verhältnissen geht, liegt die Sprengkraft kritischer Wissenschaft in der Verbindung mit den Zielen politischer Akteure. (mehr …)