Die IPPNW kommt in der Studie »Body Count« zu dem Schluss, dass der sogenannte Krieg gegen Terror bereits in den ersten zehn Jahren 1,3 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Die deutsche Sektion der Organisation »Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung« (IPPNW) veröffentlichte am Freitag, 09. 09. 2016 eine Pressemitteilung zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001:

Der »Krieg gegen den Terror« hat eine ganze Region ins Chaos gestürzt und einen verheerenden Anstieg von Fluchtbewegungen ausgelöst. Millionen syrischer, irakischer und afghanischer Flüchtlinge sind unmittelbar und mittelbar Leidtragende der Militärinterventionen mit deutscher Beteiligung. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, den sogenannten Krieg gegen den Terror nicht länger zu unterstützen und statt dessen auf Mittel der zivilen Konfliktbearbeitung zu setzen. Deutsche Waffenexporte in die Kriegs- und Krisenregionen müssen endlich gestoppt werden. (…)

Nach Beginn des NATO-Krieges in Afghanistan im Jahr 2002 stieg die Gesamtzahl der Flüchtlinge zum ersten Mal über 40 Millionen. Während des Irak-Krieges kletterte sie auf über 42 Millionen Flüchtlinge. Als Folgen des Libyen- und des Syrien-Krieges stieg die Zahl der Flüchtlinge ab 2011 weiter an. Im Jahr 2016 (bis Juli 2016) haben knapp 200.000 Personen aus Syrien Asyl in Deutschland beantragt. Aus Afghanistan sind es knapp 80.000 Menschen, aus dem Irak knapp 60.000 Menschen.

Zu den Fluchtursachen gehören Hungersnöte, Natur- und Umweltkatastrophen oder der Wegfall von Existenzgrundlagen im Zuge der neoliberalen Globalisierung. Doch die meisten Geflüchteten flohen vor Krieg, gewaltsamen Konflikten und sonstiger Gewalt.

Terror kann nicht mit Krieg bekämpft werden. Die IPPNW kommt in der Studie »Body Count« zu dem Schluss, dass der sogenannte Krieg gegen Terror bereits in den ersten zehn Jahren 1,3 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. (…)