Ringvorlesung »Flucht und Ankommen: psychosoziale Aspekte von Migration und Integration« an der FU Berlin

Bitte beachten Sie den Flyer zur Ringvorlesung »Flucht und Ankommen: psychosoziale Aspekte von Migration und Integration« an der FU Berlin im Wintersemster 2016/17: ringvorlesung_2016_flyer.pdf

Bitte beachten Sie auch, dass im Flyer fälschlicherweise als Beginn der 22.10.2016 angegeben wurde. Die Ringvorlesung startet nämlich schon am 19.10.2016 mit Klaus-Jürgen Bruders Vortrag »Migration und Rassismus« um 20:15. (Am 22.10.2016 wird keine Vorlesung im Rahmen dieser Reihe gehalten.)

Im Plakat sind die richtigen Angaben festgehalten: Ringvorlesung-2016-Plakat.pdf

Psychoanalyse/Psychotherapie im gesellschaftlichen Kontext – Vorträge im 2. Halbjahr 2016

Vortragsreihe zu einer kritischen Reflexion über die gesellschaftliche Verankerung und Verantwortung von Psychotherapie/Psychoanalyse, über gesellschaftliche Bereiche, die uns als praktizierende Psychotherapeuten tangieren.

 

Mittwoch 21.9.2016: Dr. Uwe Langendorf

Zur Psychologie der Revolution. Von Robespierre bis Al Baghdadi

Unsere „westliche“ „freiheitlich-demokratische“ Gesellschaftsordnung scheint durch revolutionäre Bewegungen bedroht, nicht nur von fundamentalistischen militanten Gruppierungen, sondern auch von fundamentalistischen Bewegungen aus der Mitte der Gesellschaft. Die administrativen Gegenreaktionen erscheinen aktionistisch-planlos, konzeptionslos. Es fehlt ein tieferes Verständnis für die revolutionären Beweggründe. Kann die Psychoanalyse zu einem besseren Verstehen beitragen? Nach einem kurzen Blick auf die europäische Revolutionsgeschichte werden einige Thesen vorgestellt.

 

Mittwoch 26.10.2016: Claudia Biehl

Traumatisiert auf der Flucht. Der Traumabegriff im Kontext diskrepanter Flucht- und Asylbedingungen.

Angst, posttraumatische und affektive Probleme sind unter Flüchtlingen erhöht. Die Diskrepanz unterschiedlicher Flucht- und Asylbedingungen sowie zwischen erhoffter aber nicht erfolgter Anerkennung, kann wesentlich sein für die Verarbeitung erlebter lebensbedrohlicher Erfahrungen, die Entwicklung einer Überlebensperspektive und die Bewältigung von Schwierigkeiten im Asylland. Prekäre Fluchtbedingungen, lange Bearbeitungszeiten, hohe Bürokratisierung etc. werden von Geflüchteten als weitere Stressoren und Verletzung erwarteter Gleichbehandlung verarbeitet. Berücksichtigung der traumatisierenden Erlebnisse und Fluchtbedingungen sowie prozessorientierte Hilfsangebote im Asylland, können ausschlaggebend für die Qualität der Traumaverarbeitung sowie der Akkulturations- und Integrationsprozesse in einer fremden Kultur sein.

 

Mittwoch 9.11.2016: Prof. Dr. Annett Schulze

Migrationsgeschichten im Journalismus: Repräsentation durch Sprache.

Die Berichterstattung über Migration und Flucht liefert unterschiedliche Perspektiven – sowohl in den Geschichten selbst als auch in der Betrachtung des Erzählten. Eine Kritik an den journalistischen Darstellungen ist die Kritik an den genutzten Worten. Dies reflektieren u. a. die Richtlinien der Nachrichtenagentur Associated Press, das Glossar der Neuen Deutschen Medienmacher oder die Analysen des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung. In meinem Vortrag wird die Kritik dieser Organisationen mit der Frage verbunden, wie die Geschichten von Geflüchteten erzählt werden. Diskursanalytisch skizziere ich, welche Bewertungslogiken und -maßstäbe den repräsentierenden Begriffen eingeschrieben sind. Ich thematisiere damit die Ordnungsweisen der Verhältnisse, Praxen und Produktionsweisen von journalistischem Wissen.

 

Mittwoch 7.12.2016: Dr. Almuth Bruder-Bezzel

Die Attraktivität des Rechtspopulismus.

Um die Anziehungskraft der neuen Rechtsentwicklungen in Deutschland und anderswo zu verstehen, müssen wir ihre psychologischen, soziologischen und politischen Dimensionen und Verflechtungen einbeziehen und die Abwehrprozesse der darin gezeigten Ängste und Aggressionen, Hoffnungen und Omnipotenzphantasien aufzudecken versuchen. Zu den Erklärungsansätzen gehören die Umbruchssituationen in der Moderne, die existentiellen Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten im neoliberalen Kapitalismus. Psychoanalytische Theorieansätze, die sich auf autoritäre oder faschistische Entwicklungen bezogen, können wir auch hier versuchsweise heranziehen.

 

Ort: Fundus Buchhandlung Knesebeckstr. 20 (nahe Savigny-Platz)

Zeit: 20.15 Uhr

Kontakt: Dr. Almuth Bruder-Bezzel: Almuth-Bruder-Bezzel[at]gmx.de

und Dr. Uwe Langendorf: uldf[at]gmx.de

Call for papers: Gesellschaftliche Spaltungen – Erfahrung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit

Die Neue Gesellschaft für Psychologie plant einen Kongress mit dem Titel

Gesellschaftliche Spaltungen – Erfahrung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit

vom 9. bis 12. März 2017 in Berlin

Beachten Sie hierzu bitte unseren

Call for papers (Einreichungen bis zum 16.09.2016)

Die Rechtsentwicklung und die Rechtsbewegungenin Deutschland und Europa sind ein Warnsignal für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie verweisen auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen, die sich vor allem in wachsenden gesellschaftlichen Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und der Aushöhlung der Demokratie manifestieren und die Gesellschaft zu spalten drohen.

In allen Lebensbereichen sind Ungleichheiten und Ungerechtigkeit zu finden, die mit gesellschaftlichen Spaltungen einhergehen. Inklusionsbemühungen in einigen Bereichen stehen massiven Exklusions-, Abgrenzungs- und Stigmatisierungsbewegungen gegenüber, u.a. im Bereich der Arbeit, der Gesundheit, der Bildung, Wohnung, der Infrastruktur, um nur einige zu nennen.

Achsen, entlang derer sich Ungleichheiten vertiefen (vertiefen können) sind u.a.: Nord-Süd, Alt-Jung, Lohnarbeit-Kapital, Mann -Frau, Stadt-Land, ethnische oder religiöse Mehrheit-Minderheit. Die Ungleichheiten sind nicht nur Ergebnis unterschiedlicher Bedingungen, sondern zugleich auch von den Herrschenden gewünscht: die Konkurrenz macht die Arbeitskraft billiger, die miteinander Konkurrierenden willfähriger, erleichtert das Regieren: Die permanente Spaltung der Bevölkerung in Arbeitende und Arbeitslose, die Spaltung der Arbeitslosen in Menschen mit Perspektive (SGB III) und Perspektivlose, Überflüssige (SGB II) und die darauf aufbauenden verfassungsfeindlichen Sondergesetze, die Diffamierungen, Verleumdungen und Erniedrigungen.

Zur Zeit in den Vordergrund gerückt wird die nationalistische Entgegenstellung von Flüchtlingen und Einheimischen, mit der ein Gegensatz von Islam und „westlicher Wertegemeinschaft“ aufgebaut und personifiziert wird und auf diese Weise Hass und Konkurrenzängste innerhalb der einheimischen Bevölkerung gegenüber „Außenseitern“, „Zuwanderern“, und „Fremden“ geschürt werden. Zugleich werden die konkreten Individuen wieder in die Abstrakta kulturalisiert. Diese Gegensatz-Konstruktionen verdecken die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, in politische Klasse und Bevölkerung, zwischen Lohnarbeit und Kapitel.

Deshalb können die Erfahrungen von gesellschaftlicher Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die die Bevölkerung tagtäglich erlebt, den „Fremden“ zur Last gelegt werden, die den Einheimischen vorgeblich das wegnehmen, was ihnen bereits vorher gefehlt hat:
Lohn, der zum Leben reicht, eine Gesundheitsversorgung , die nicht vom gesellschaftlichen Status und verfügbaren Finanzmitteln abhängig ist, ausreichender bezahlbarer Wohnraum, eine bedarfsgerechte, allen Bevölkerungsschichten zugängliche Infrastruktur und nicht zuletzt chancengleiche Zugänge zu Bildung und Ausbildung als Grundvoraussetzungen für die qualifizierte Teilhabe an einer existenzsichernden Erwerbsarbeit wie auch am politischen Leben.

Auf dem Kongress wollen wir folgende Problem und Fragen thematisieren:

  • Wo, in welchen gesellschaftlichen Bereichen zeigen sich gegenwärtig diese Phänomene von Ungleichheit und Spaltungstendenzen am deutlichsten?
  • Welches sind deren gesellschaftliche Ursachen und Folgen?
  • Welchen Beitrag leisten die (Sozial)Wissenschaften zur Legitimierung sozialer Ungleichheiten aber auch zu deren Aufklärung?
  • Wie nehmen die Subjekte erfahrene Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten wahr; was lösen sie für Emotionen aus? Wo sind die „Toleranzgrenzen“ bei den Betroffenen, wann schlagen Akzeptanz, Anpassung, Passivität in Neid, Hass, Wut, in individuellen Protest, Resignation oder politischen Widerstand um?
  • Welche individuellen, kollektiven und politischen Reaktionsformen auf Ungleichheits-/Ungerechtigkeits-Erfahrungen lassen sich finden?
  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um den Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten entgegen zu wirken?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, spaltende und entsolidarisierende Reaktionen auf Ungleichheitserfahrungen zu verändern und welchen Beitrag können dazu Psychologie und Sozialwissenschaften, Psychotherapie und soziale Arbeit leisten?
  • Inwiefern haben sich gesellschaftliche Spaltungsprozesse im Subjekt bereits eingeschrieben und inwiefern werden durch Spaltungsprozesse psychische (lebenslange!) Reifungsprozesse verunmöglicht.

Wir laden dazu ein, Vorschläge für Kongressbeiträge mit Titel und einer Zusammenfassung von ca. 300 Wörtern und kurzen Angaben zu Ihrer Person bis zum 16.09.2016 an orga2017[(at)]ngfp.de zu senden.

Klaus-Jürgen Bruder, Christoph Bialluch, Jürgen Voges, Ilse Schütte-Kronauer, Ophelia Solti, Jürgen Günther, Daniel Jakubowski, Werner Köpp, Bernd Leuterer, Raina Zimmering für die Vorbereitungsgruppe

Hier der cfp als pdf: NGfP_2017_cfp_Gesellschaftliche_Spaltungen.pdf

Migration und Rassismus – Nachberichterstattung II

Erschienen in “junge Welt” am 11.03.2016: https://www.jungewelt.de/2016/03-11/042.php

Und was machen wir?

Rückblick auf den Kongress »Migration und Rassismus« der Neuen Gesellschaft für Psychologie in Berlin

Von Christa Schaffmann

In diesen Tagen zerreißt es Familien, Freundschaften zerbrechen. Menschen, von denen man meinte, sie lägen mit einem auf gleicher Wellenlänge, finden Grenzschließungen plötzlich sinnvoll; schließlich könne man ja nicht alle aufnehmen. Auch Schiffe der NATO in der Ägäis sind zum Schutz vor »Flüchtlingsmassen« auf einmal akzeptabel, als kämen da Invasoren. Plötzlich ist unter den Pegida-Demonstranten im Fernsehen einer zu sehen, den man doch zu kennen glaubte und den man nie für rassistisch oder fremdenfeindlich hielt. Und dann schreit mich eine Freundin (kann ich sie noch so nennen?) auch noch an: »Du bist so was von extrem; warte mal, bis du jeden Monat 100 Euro mehr für die Krankenversicherung zahlen sollst wegen der vielen Flüchtlinge. Dann wirst Du ganz schnell zur Vernunft kommen!«

Wer sind die Vernünftigen in diesen Tagen und Wochen? Ich glaube, ich habe etwa 200 von ihnen am vergangenen Wochenende beim Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) in Berlin getroffen, der den Titel trug »Migration und Rassismus. Politik der Menschenfeindlichkeit«. Das war ein gutes Gefühl. Historiker und Politologen, Psychologen und Psychotherapeuten, Erziehungs- und Medienwissenschaftler – sie alle sprachen aus einer fachlichen Perspektive sehr kritisch über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und die Asylgesetzgebung, über die aktuelle Situation und die wahren Ursachen für das, was manche Flüchtlingskrise nennen.

Elisabeth Rohr, ehemals Professorin für interkulturelle Erziehung in Marburg, genügten wenige Zahlen, um den nationalistischen Aufschrei vom drohenden Untergang des Abendlandes ad absurdum zu führen: Von den weltweit geschätzten 60 Millionen Flüchtlingen hat Deutschland 2014 nur 0,4 Prozent aufgenommen und 2015 ganze 1,83 Prozent. Gemessen an der Bevölkerungszahl, liegt die BRD damit selbst in Europa nur an sechster Stelle. Würden hier im Verhältnis so viele Flüchtlinge aufgenommen wie im kleinen Libanon, wären das 20 Millionen Menschen! Warum verbreiten also Politiker und Journalisten Panik? Haben sie alle schon vergessen, dass es dem vom Krieg zerstörten Deutschland nach 1945 gelang, 40 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen?

Es tat gut, beim Kongress viele zu erleben, die nicht der sich epidemisch ausbreitenden Geschichtsvergessenheit erliegen und der damit verbundenen »Unfähigkeit, selbst zu denken« (Achille Mbembe), die sich nicht von den Informationsbrosamen der Leitmedien manipulieren lassen. Es hatte etwas Befreiendes, statt dessen tatsächliche Fluchtursachen zu benennen, angefangen von der deutschen und europäischen Handelspolitik in Afrika bis zur politischen und militärischen Einmischung der USA und ihrer Verbündeten in Irak, Libyen und Syrien. So wurden die Kriegsflüchtlinge produziert, die man jetzt als Sozialschmarotzer verunglimpft und um jeden Preis von Deutschlands Grenzen fernhalten will. Der Historiker Kurt Gritsch erinnerte in diesem Kontext daran, dass Libyen noch vor wenigen Jahren Platz 53 des Human Development Index belegte und nach dem gewaltsamen Sturz Ghaddafis zum »Failed state« wurde.

Und Libyen war nur eines der Länder, in denen das Pentagon in den vergangenen Jahren einen »Regime-Change« in Gang setzte. Andere waren die Ukraine, mit Abstrichen Tunesien und Ägypten. In Irak, Afghanistan und Syrien wurden Millionen Menschen nach ähnlichen Szenarien zu Flüchtlingen vor Hunger, Terror, Krieg und Tod. »Jetzt ernten wir die Früchte der Politik unseres und anderer Länder und stellen fest: Es sind Menschen«, sagte der NGfP-Vorsitzende Klaus-Jürgen Bruder: »Es ist der Kapitalismus, dessen Spesen-Rechnung wir jetzt präsentiert bekommen.«

Und was machen »wir«, wer ist das überhaupt? 2015 wurde es unerträglich, mittels dieser drei Buchstaben von der Politik vereinnahmt zu werden, als teilte man deren Verantwortung. Aber vielleicht ist das ja zwangsläufig so? »Wir haben jahrelang weggeschaut«, sagte Bruder, und halten uns heute »die Ohren zu, pressen die Lippen zusammen, wenn wir auslöffeln müssen, was uns Politiker im Dienste des Systemerhalts eingebrockt haben. Wann endlich ziehen wir daraus die Konsequenzen?«

Hannah Arendt sprach von der Banalität des Bösen. 1933 nahmen die Nazis den Reichstagsbrand zum Vorwand, sämtliche Bürgerrechte außer Kraft zu setzen. Von da an, schrieb Arendt, »habe ich mich verantwortlich gefühlt«. Wie viele Flüchtlingsunterkünfte müssen brennen, damit sich viel mehr Deutsche für eine Politik verantwortlich fühlen und gegen sie aufbegehren, die sowohl Flüchtlingsströme erzeugt als auch rassistischen Übergriffen – mal mehr, mal weniger subtil – Vorschub leistet?

1990 forderte die NPD »Kriminelle Ausländer raus«. Jetzt ist genau das Regierungspolitik. Wie viele Forderungen dieser verfassungsfeindlichen Partei sollen noch zu Gesetzen werden? Klaus-Jürgen Bruders Fazit: »Das Lamentieren nützt nichts, wir haben wieder mal nur die Wahl zwischen zwei faschistischen Lösungen: die Menschen ertrinken zu lassen oder sie umzubringen. Es sei denn, wir ändern unsere Laufrichtung, wie das Thomas Bernhard einmal genannt hat. Rosa Luxemburg bezeichnete es als die Wahl zwischen Sozialismus oder Barbarei. Es ist unglaublich: Im Augenblick des größten Menschheitsproblems steht die linke Alternative nicht zur Verfügung; jedenfalls nicht als eine, die Massen ergreifende. Zu verdanken haben wir das zwar denen, die auf unsere Kosten leben, aber wer hat die denn an die Macht gebracht? Schließlich leben wir ja in einer ›Demokratie‹; da gibt es keine Ausreden.«

Traumatisierte Geflüchtete haben ein Recht auf qualifizierte psychotherapeutische Behandlung

Erklärung der Teilnehmer_innen des Kongresses „Migration und Rassismus“ der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) vom 3. bis 6. März 2016 in Berlin zum Asylpaket II

Die mit dem Asylpaket II beschlossene Verschärfung des Aufenthaltsrechts will eine schnellere Abschiebung durch Krieg und Flucht traumatisierter Menschen ermöglichen. Gegen Abschiebungen wenden wir uns. Anders als in der Begründung des Gesetzes behauptet, stellt die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zweifelsfrei eine erhebliche, schwerwiegende und oft lebensbedrohliche Erkrankung dar. Dies zu leugnen, bedeutet eine eklatante Missachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD 10) führt genaue Diagnosekriterien für PTBS auf.

Das im Asylpaket II vorgesehene Schnellverfahren verhindert jegliche seriöse, professionelle Diagnostik. Die Bagatellisierung der PTBS soll zu mehr Abschiebungen nach lediglich oberflächlicher Prüfung führen. Umso befremdlicher ist es, wenn andererseits die Bundesregierung im Jahr 2014 eine Sondervereinbarung mit der Bundespsychotherapeutenkammer abgeschlossen hat, um eine zeitnahe Behandlung im Auslandseinsatz psychisch traumatisierter Bundeswehrsoldat_innen zu gewährleisten. Die Gesundheit von Geflüchteten darf nicht weniger Wert sein, als die Gesundheit von Soldat_innen.

Insbesondere wenden wir uns gegen die 14-Tage-Frist, innerhalb derer Flüchtlinge alle Untersuchungen absolviert und Gutachten über eine psychische Krankheit eingeholt haben sollen. Zudem sollen Psychologische Psychotherapeut_innen zur Begutachtung nicht mehr zugelassen sein, dafür aber jede_r approbierte_r Arzt oder Ärztin, auch ohne psychotherapeutische Qualifikation. Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen bedürfen aber in jedem Fall fachpsychotherapeutischer Kompetenz.

Traumatisierte Geflüchtete müssen verlässlich ein Aufenthaltsrecht erhalten. Die Beendigung der traumatisierenden Situation, ein sicherer Ort, eine sichere Lebenssituation sind unabdingbare Voraussetzung für die Behandlung traumatischer Störungen. Das gilt auch besonders für Kinder und Jugendliche. Das neue Gesetz erhöht die Gefahr einer erneuten Traumatisierung und einer erheblichen Verschlimmerung des Krankheitsbildes. Die Menschenwürde und das Recht auf Unversehrtheit von Leib und Leben werden verletzt.

Das Asylpaket II belegt, dass es nicht um eine unvoreingenommene Prüfung von Asylanträgen, sondern nur um rasche Abschiebung geht. Es ist ein alarmierender Beweis für die menschenfeindliche Politik gegenüber Geflüchteten und Migrant_innen, die wir entschieden verurteilen.

Berlin, März 2016

 

Die Erklärung als pdf: NGfP_Erklaerung_Asylpaket_II.pdf

Stellungnahme zur psychosozialen Situation von Geflüchteten von März 2016

Stellungnahme der Teilnehmer_innen des Kongresses der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) „Migration und Rassismus“ vom 3. bis 6. März 2016 in Berlin zur psychosozialen Situation von Geflüchteten

Das Schicksal der vielen Menschen, die nach Europa kommen, weil sie zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen sind, bewegt uns und große Teile der deutschen Bevölkerung sehr. Die Schutz Suchenden fliehen vor Hunger, Unterdrückung und Krieg und sind auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben. Viele sind tief traumatisiert. Auf dem oft langen Fluchtweg haben sie Not und Todesangst durchlitten, und sie erleben häufig erneute Traumatisierung in Deutschland. Sie benötigen einen sicheren Ort und Unterstützung durch Wohnung, Arbeit, medizinische und psychologische Versorgung. Stattdessen erwartet sie meist ein auf Jahre unsicherer Aufenthaltsstatus, mit Angst vor Abschiebung und ohne Möglichkeiten, das eigene Leben selbst zu gestalten. Vielerorts sind sie mit rassistischer Gewalt konfrontiert.

Die Kongressteilnehmer_innen sehen keine Anstrengungen der politisch Verantwortlichen, die Fluchtursachen tatsächlich zu beseitigen. Denn dies hieße für Nato und EU im Nahen Osten und Afrika, die wirtschaftliche und politische Einflussnahme, kriegerische Interventionen und Waffenlieferungen zu beenden. Stattdessen beobachten wir große Anstrengungen, kriegstraumatisierte Menschen von Deutschland fernzuhalten: Schließung der Grenzen, Verschärfung der Kriterien und Verfahren für die Gewährung von Asyl. Für das Abfangen von Flüchtenden vor der europäischen Außengrenze verspricht die Bundesregierung der Türkei EU-Milliarden.

Wir als Psycholog_innen und Psychotherapeut_innen sehen uns nicht nur in Pflicht, Traumatisierte zu behandeln. Die Teilnehmer_innen des Kongresses fordern die politisch Verantwortlichen in der Regierung auf, Geflüchteten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, Schutzsuchende aufzunehmen und friedlich an der Beseitigung der globalen Fluchtursachen zu arbeiten.

Berlin, März 2016

 

Die Stellungnahme als pdf: NGfP_Stellungnahme_Situation_von_Gefluechteten.pdf

Pressemitteilung/Medieneinladung

Anlässlichs des bald stattfindenden Kongress “Migration und Rassismus. Politik der Menschenfeindlichkeit” gibt die NGfP folgende Pressemitteilung bzw. Medieneinladung heraus:

„Migration und Rassismus. Politik der Menschenfeindlichkeit“

Als die Neue Gesellschaft für Psychologie Anfang 2015 die Migration nach Deutschland und rassistische Angriffe gegen Migranten als Thema ihres Jahreskongresses 2016 gewählt hat, war nicht absehbar, dass die sogenannte „Flüchtlingskrise“ in der Zeit des Kongresses bestimmendes Thema in Nachrichten, Talkshows und in politischer Berichterstattung sein würde. Danach begrüßten viele Bundesbürger zunächst die vor Krieg, Bürgerkrieg und Elend in Deutschland Schutz Suchenden. Doch mittlerweile dreht sich die politische Debatte nur darum, mit welchen Gesetzesänderungen oder Maßnahmen der In- und Außenpolitik man Schutzsuchende am effektivsten von Deutschland fernhalten kann. Unser Kongress, zu dem wir Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich einladen, bietet jetzt Zeit, Inne zu halten, zu sortieren, abzuwägen: Zeit für eine Aufarbeitung des bisher Geschehenen und der bisherigen Strategien und Vorschläge.
Die Neue Gesellschaft für Psychologie ist wie keine zweite Wissenschaftsgesellschaft prädestiniert für einen Kongress zum Thema Migration und Rassismus. Sie hat sich durch ihre Kongresse der vorangegangenen Jahre zu den Themen der gesellschaftlichen Verantwortung der Psychologie und der Sozialwissenschaften, ein solides Fundament kritischer Theorie geschaffen und für ihre Arbeit einen großen Kreis international ausgewiesener Experten gewonnen, der auch jüngere Wissenschaftler und Wissenschaftliche Nachwuchskräfte anzieht.
Die Themen des diesjährigen Kongresses reichen von den Hintergründen und Ursachen der Flucht bis hin zu den Folgen für die die Flüchtenden aufnehmende Bevölkerung, von Formen der Diskriminierung bis zu den Wurzeln des gegenwärtigen Rassismus, von den Solidaritätsbewegungen bis zur Praxis der Hilfen und deren Reflexion.
Diese Spannbreite interdisziplinärer Forschung von Psychologie als therapeutische Hilfe bis zur gesellschaftskritischen Reflexion, unter Hinzuziehung einer ganzen Reihe von Nachbardisziplinen, wie Soziologie, Ethnologie, Geschichts-, Sprach- und Kulturwissenschaft, Medientheorie und politische Wissenschaft hat sich bei den bisherigen Kongressen der Neuen Gesellschaft für Psychologie als äußerst fruchtbar und anregend erwiesen.
Von dieser Kooperation erhoffen wir uns auch viel beim aktuellen Kongress. Er bearbeitet ein Thema, bei dem es noch keine fertigen, oder auch nur brauchbaren Lösungen gibt. Lösungen, die die Not der Schutzsuchenden lindern und die Ängste, Befürchtungen und Ressourcen der Bevölkerung angemessen reflektiert. Die Befürchtungen einer Bevölkerung, die bereit ist, die Geflüchteten aufzunehmen, sich aber überhaupt nicht sicher ist, ob „wir das schaffen“.
Der vom 3.-6. März in Berlin stattfindende Kongress „Migration und Rassismus. Politik der Menschenfeindlichkeit“ greift diese beiden Seiten auf, analysiert die politische und wissenschaftliche Diskussion, kritisiert die vielen Maßnahmen gegen Migration, die letztlich Flüchtlinge nicht von ihrer Flucht abhalten können, sondern diese nur noch gefährlicher für das Leben und die Gesundheit der Geflüchteten machen. Damit schließt sich der Kongress der scharfen Kritik des UNHCR und von Amnesty International an der chaotischen und restriktiven Flüchtlingspolitik europäischer Länder an. Zugleich nimmt er die Ängste und Befürchtungen ernst, ob das zu schaffen ist, welche Herausforderungen damit für die Menschen, Helfer, aber eben auch Psychotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter einhergehen.
Beim Kongress werden der deutsch-persische Schriftsteller, und Historiker Bahman Nirumand und weitere Fachvertreter als Referenten auf Fluchtursachen eingehen. Auf dem Programm stehen Vorträge über die psychotherapeutische Arbeit mit Geflüchteten, die unter Posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen oder anderen Erkrankungen leiden. Die Referenten sind nicht nur Fachleute auf dem Gebiet der Psychotherapie, Psychologie oder Pädagogik; sie sind auch politisch Mitdenkende, die aufmerksam Prozesse in der Gesellschaft über ihren Fachbereich hinaus beobachten und reflektieren. So wird einer der Psychoanalytiker auch über den Konflikt sprechen, ob man Patienten mit Migrationshintergrund an einem bestimmten Punkt der Behandlung eher in ihrer Herkunftskultur oder in den Prozessen zur Anpassung an die hiesige Kultur unterstützen sollte.
Ein Panel des Kongresses wird sich dem Rassismus im Alltag zuwenden, ein anderes den Folgen des Kolonialismus im Kontext mit heutigen Migrationsbewegungen. Junge Wissenschaftlerinnen steuern aus ihrer aktuellen Forschungsarbeit Erkenntnisse zur Bewältigung rassistischer Gewalt bei. In einem anderen Beitrag geht es um Erzählen und Schweigen in der Institution Asyl – von der Anhörung beim Bundesamt für Migration bis zum lebendigen Gedankenaustausch in Selbstorganisationen.
Insgesamt werden mehr als 30 Referenten aus Wissenschaft und Praxis beim Kongress sprechen. Dieser ist wie immer bei der NGfP interdisziplinär. Das erlaubt der eigenen Profession den Blick über den Tellerrand der Psychologie und gestattet u.a. Politologen, Historikern, Ethnologen umgekehrt Einblick in Forschung und Praxis von Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiatern.
Veranstalter des Kongresses sind die Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP) und der AStA der Freien Universität Berlin. Mehr Informationen unter:
http://ngfp.de/wp-content/uploads/2015/12/MuR_Ankuendigungsflyer_21122015.pdf
http://ngfp.de/wp-content/uploads/2016/02/NGfP2016_MuR_Programm.pdf
Der Kongress findet vom 3. bis 6 März 2016 in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin, Franz-Mehring-Platz 1 in 10243 Berlin statt.

„Wir kommen, weil Ihr da ward“ – Interview zum Kongress “Migration und Rassismus”

Wir möchten Sie auf folgenden Artikel hinweisen, der im Vorfeld des Kongresses veröffentlicht wurde:

„Wir kommen, weil Ihr da ward“
Interview mit Dr. Christoph Bialluch, stellvertretender Vorsitzender der NGfP

Erschienen in der “Jungen Welt” am 25. Februar 2016: https://www.jungewelt.de/2016/02-25/012.php

Alle reden über Flüchtlinge. Wieso auch Sie bei dem bevorstehenden Kongress?
Wir bauen damit eine inhaltliche Brücke vom Kongress 2015 in die Gegenwart. Seinerzeit lag der Fokus darauf, mit welchen Mitteln und Methoden die Politik die Zustimmung zu militärischen Operationen herbeigeführt hat, obwohl in der Bevölkerung große Vorbehalte existierten. Diesmal ist es die Flüchtlingsproblematik, für die aus unserer Sicht genau diese militärischen Interventionen und Kriege in Syrien und Libyen sowie weiteren Ländern verantwortlich sind. Die direkte und indirekte Beteiligung Deutschlands und Europas an diesen Interventionen und damit die Mitverantwortung für die daraus entstandene Krise ist in der öffentlichen Diskussion noch weit unterrepräsentiert, wird von Politikern genauso wie von den meisten Medien nicht genug reflektiert. Wir konnten u.a. den Historiker und Konfliktforscher Kurt Gritsch zu diesem Punkt gewinnen.
Die Fluchtursachen konkret zu benennen hilft aber nicht den Flüchtlingsstrom zu stoppen.
Nein, aber es ist dennoch notwendige Voraussetzung für einen Politik-Wechsel. Die Politik des Regime-Change durch Intervention oder durch die Unterstützung einer dem Westen genehmen Opposition hat weder im Irak noch in Libyen oder Syrien irgendetwas Positives für die dortige Bevölkerung gebracht, sondern letztlich Konflikte bis an den Rand eines Weltkrieges ausgelöst. Wenn Politiker die Bekämpfung der Fluchtursachen als eines ihrer Ziele benennen, ist das nichts als eine Worthülse und meint jedenfalls keinen Politikwechsel. Es wird ja bereits wieder erwogen, in Libyen militärisch einzugreifen. So produziert der Westen nur neue Flüchtlingsströme. Es macht betroffen, dass diese Politik nicht viel mehr Kritiker auf den Plan ruft. Was wir an Denkanstößen beim Kongress dazu beitragen können, das werden wir tun.
Sehen Sie weitere Informationslücken, in die der Kongress vorstoßen kann?
Unbedingt. Prof. Elisabeth Rohr wird versuchen, aus ihren Forschungen in Lateinamerika pädagogische und psychische Betreuungsansätze für die ca. 60.000 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen abzuleiten, die seit 2014 nach Deutschland gekommen sind und von der Politik entweder als ein lästiger zusätzlicher Kostenfaktor oder unter dem Aspekt des drohenden Familiennachzugs gesehen werden. Wir werden auch Teilnehmer beim Kongress haben, die mit diesen Kindern arbeiten. Therapeuten stehen in diesem Kontext vor einer völlig neuen Herausforderung, u.a. weil sie nicht nur in ihrer therapeutischen Rolle, sondern auch noch als Sozialarbeiter und eine Art Kulturvermittler gefordert sind.
Auch um die schamhaft verschwiegenen skandalösen Passagen im Asylpaket II zu psychischen Erkrankungen wird es gehen. Boris Friele vom Behandlungszentrum für Folteropfer und andere Psychotherapeuten (siehe Beitrag unten) werden darauf eingehen. Uwe Langendorf vom C. G. Jung-Institut Berlin befasst sich vor allem mit der Unbegreiflichkeit der traumatischen Migration, die sich unserer Vorstellung verweigert. „Es setzt etwas wie eine partielle Blindheit ein, sowohl im Blick auf die jetzige Welt als auch auf unsere Geschichte“, sagt er.
Was bedeutet das?
Wir ahnen eine Welle von bestimmten Traumatisierungen, für die unser Vokabular und Instrumentarium noch nicht ausreichen. Individuell wie gesellschaftlich gibt es eine Blindheit, oder nennen wir es Abwehrhaltung, diese Welle zu sehen; die Größe der Aufgabe macht Angst. Es muss angenommen werden, dass einige der Flüchtlinge so stark traumatisiert sind, dass sie in eine starke eigene Pathologie oder in Gewalthandlungen gehen könnten. Noch gibt es keine ausreichenden Kenntnisse, wie damit umzugehen ist. Als Veranstalter wünschen wir uns, der Kongress könnte dazu anstiften, interessierte Kreise für diese Aufgabe zu bilden.
Jetzt sprechen Sie über Ängste fast so wie manche Politiker.
Die Ängste sind da und zum Teil berechtigt. Die Antwort darauf können aber nicht Grenzschließungen, militärische Lösungen, Abwehr und Zurückweisung von Flüchtlingen sein. Es genügt auch nicht sie willkommen zu heißen. Wir müssen damit rechnen, dass bei einer so großen Zahl von Menschen, die zu uns kommen, schwer Traumatisierte, auch Kriminelle, usw. dabei sein werden. Wenn wir die Realitäten sehen, uns mit ihnen befassen, statt sie zu leugnen, werden wir leichter damit fertig werden – eine alte psychotherapeutische Weisheit.
Gehört zu der von Ihnen erwähnten Blindheit gegenüber der Geschichte auch die Verleugnung von Kolonialismus und postkolonialer wirtschaftlicher Ausbeutung als eine weitere Fluchtursache?
Momentan wird vor allem über Flüchtlinge aus dem arabischen Raum berichtet. Doch wir vergessen die aus Afrika nicht. Sie sind die Kindeskinder einstiger kolonialer Untertanen und formulieren zu Recht in einer Protestlosung „Wir sind hier, weil ihr da ward“. Eva König-Werner, die zurzeit Flüchtlinge aus Eritrea betreut, wird dazu sprechen. Andere Teilnehmer werden darauf eingehen, wie zivilgesellschaftliches Engagement zur Kompensation für fehlende politische Rahmenbedingungen herhalten muss und was das mit Helfern und Betreuern macht.
Bietet der Kongress Lösungen an Stellen, an denen die Regierung sie nicht hat?
Unsere Kongresse gehören zu denen, die vordergründig nichts nützen. Sie bringen keine Creditpoints, schulen nicht in einer später anzuwendenden Technik und helfen nicht auf der Karriereleiter. Umso mehr freue ich mich darüber, wie viele junge Referenten trotz Etablierungsdrucks in ihren eigenen Professionen den Weg zu uns gefunden haben. Unsere Intention besteht darin, für eine kurze Zeit Menschen sehr unterschiedlicher Professionen zusammenzuführen – vom Piloten der Bundeswehr bis zur Psychotherapeutin, von der Soziologin bis zum Pfarrer – und gemeinsam die Expertise für das Migrationsthema zu entwickeln, die auf längere Sicht in Deutschland dringend gebraucht wird.
Das Gespräch führte Christa Schaffmann.